CD-Neuerscheinung: Daniel Kahn & The Painted Bird – Lost Causes

16. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

So gewürdigt zu werden – darauf können Musiker und Musikerinnen durchaus stolz sein: Unter der Überschrift „Die Besondere(n) – International“ stellt die Zeitschrift Folker in jeder Ausgabe eine – oder eben auch mehrere – internationale Produktionen aus den Bereichen Folk und Weltmusik vor, die aus dem Rahmen fallen. In der aktuellen März/April-Ausgabe ist die Wahl auf Daniel Kahn und sein mit den Painted Bird eingespieltes Album „Lost Causes“ gefallen.

Der auf Klezmer spezialisierte Rezensent Matti Goldschmidt schreibt über die Produktion:

Mit den „Verlorenen Anliegen“ des dritten Painted-Bird-Albums kann nicht die Musik gemeint sein. Daniel Kahn, das Enfant terrible des Klezmer, benutzt sie effektiv als Kampfmittel, gewissermaßen zur Agitation der Unterdrückten, seine Anliegen erscheinen durchweg politischer Natur.

Ich kann und will hier nicht die ganze Rezension zitieren, und die CD kenne ich selbst nicht. Leider kann ich nicht alles kaufen, was interessant und hörenswert ist. Ich weiß aber als langjährige Leserin des „Folker“ die fundierten CD-Besprechungen und -Empfehlungen des Musikmagazins zu schätzen. Und „Die Besondere“, da kann man sich sicher sein, ist tatsächlich „eine Besondere“.

„Lost Causes“ ist im Dezember letzten Jahres bei Oriente Musik/Fenn Music erschienen. Sie enthält 13, auf englisch oder jiddisch interpretierte Titel.

Mehr Informationen über Daniel Kahn & The Painted Bird und über die neue CD gibt es hier.

Niamh Ni Charra: Súgach Sámh / Happy Out

26. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

[Aus meinem CD-Regal 16]

Im Januar 2009 habe ich sie erstmals gehört und gesehen: Die irische Concertinaspielerin und Fiddlerin Niamh Ni Charra begleitete – wie übrigens auch in diesem Jahr wieder – den galizischen Dudelsack- und Flötenspieler Carlos Núnez auf seiner Deutschlandtournee, und ich war bei dem Konzert in Leverkusen-Opladen dabei. Und war sogleich beeindruckt. Niamh Ni Charra ist eine nette, charmante junge Musikerin, die hervorragend Irish Concertina, aber auch Geige spielt. Ob sie bei dem Auftritt auch gesungen hat, weiß ich nicht mehr; auf dieser CD aus dem Jahr 2010 tut sie es jedenfalls gelegentlich. Und auch ihr Gesang ist hörenswert.

„Súgach Sámh“ ist nach „On Da Thaobh / From Both Sides“ das 2. Soloalbum von Niamh Ni Charra. Es ist 2010 erschienen und gehört zu den Favoriten in meiner Sammlung. Vertreten ist auf der CD eine Mischung aus Songs, Fiddle- und Concertina-Melodien. Dabei ist es sicher nicht verwunderlich, dass es mir insbesondere die Concertina-Stücke  angetan haben.

Es wäre müßig, einzelne Titel hervorzuheben. Súgach Sámh“ ist eine rundum gelungene CD, auf der es viele schöne Lieder und Melodien, aber keine Ausfälle gibt. Mit ein wenig mehr Concertina-Anteilen (nur auf 7 von insgesamt 13 Tracks spielt Niamh Ni Charra Concertina)  würde sie mir noch besser gefallen …

Klaus Paier: 2 neue CDs erschienen

24. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gleich zwei neue CDs gibt es von Klaus Paier.

Auf dem Doppelalbum „Solitaire“ ist der in Kärnten lebende Österreicher solo zu hören: auf der Disc 1 am Akkordeon, auf der Disc 2 am Bandoneon. Insgesamt 22 Titel hat der Musiker aufgenommen.

Und dann gibt es ganz neu noch die CD „Dragonfly“, die Klaus Paier mit seinem Trio eingespielt hat. Als Beigabe erhält man eine DVD.

Die nächsten Wochen sind ausgefüllt mit vielen Konzertterminen, allerdings, wenn ich es richtig sehe, nicht in Deutschland. Wer sich dennoch dafür interessiert, findet hier Einzelheiten.

CD-Neuerscheinung: John Derrane – Grove Lane

2. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Grove Lane
John Derrane (diatonisches Akkordeon) mit John McGann

Grove Lane – das ist die Straße, in der sich das Haus von John Derrane befindet. Der 1930 geborene irisch-amerikanische Musiker hatte sich eigentlich 60jährig schon mehr oder weniger zur Ruhe gesetzt, aber Ende der 90er Jahre hat es ihn dann doch noch einmal „gepackt“. Und jetzt hat der mittlerweile 80jährige Musiker eine neue CD vorgelegt, auf der er sein unvermindertes Können auf dem diatonischen Akkordeon demonstriert.

Die von mir schon wiederholt zitierte Folk-Zeitschrift „Folker“ kommt in einer Kurzrezension des Albums in der Ausgabe 1/11 zu dem Schluss „Sehr schön!“. Derrane spiele immer noch mit viel Gefühl und virtuoser Interpretation alte und selbstkomponierte Jigs und Reels.

Ein echter Kauf-Tipp also.

Auf der CD mit von der Partie ist John McGann. Wenn es  d e r  McGann ist, den ich meine, spielt der Mandoline.

CD-Neuerscheinung: Maria Kalaniemi – Vildar Rosor

19. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Mitte November ist die neue CD der  aus Finnland kommenden Akkordeonspielerin Maria Kalaniemi erschienen. „Vildar Rosor“  ist der Titel, was „Wilde Rose“ bedeutet. Die renommierte Akkordeonistin unternimmt mit diesem Album eine Exkursion zu ihren finnisch-schwedischen Wurzeln. Das Album (Digipack) enthält 10 Titel und ist bei AITO erschienen.

Die Veröffentlichung hat gleich für Furore gesorgt:  Das Album war eine von 5 Nominierungen für den Emma Awards 2010, der jährlich vom IFPI Finnland für das beste finnische Album vergeben wird. Auch wenn Kalaniemi dann doch nicht die begehrte Auszeichnung bekam, tat das dem Erfolg des Albums keinen Abbruch. Die CD stieg in kürzester Zeit auf Platz 2 der World Music Charts Europe.

Neuerscheinung: erste Solo-CD von Andy Cutting

14. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt viele CDs, auf denen Andy Cutting mit seinem diatonischen Akkordeon zu hören ist. Er hat in wichtigen englischen Folkgruppen wie Blowzabella  gespielt und mit bedeutenden Künstler/innen wie June Tabor oder Martin Simpson zusammengearbeitet. Die Discographie auf seiner Homepage verzeichnet 50 Alben, auf den Cutting als Akkordeonist mitgewirkt hat. Da wurde es doch wirklich mal Zeit für ein Soloalbum. Jetzt ist es da. Es wurde bei Lane Records veröffentlicht und enthält 12 meist selbst geschriebene Titel.

Ich selbst kenne die CD leider (noch) nicht und kann sie deshalb hier nur vorstellen, aber nicht wirklich beurteilen. Aber geurteilt hat bereits die Musikzeitschrift Folker, die in Ausgabe 6/2010 in einer Kurzbesprechung zu dem eindeutigen Ergebnis kommt: „Ein Muss für Zieher und Drücker, eine Empfehlung für den Rest“.

CD-Neuerscheinung: Sexteto Mayor – Vida, Pasion Y Tango

14. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Anfang Oktober ist das jüngste Album der 1973 in Buenos Aires ins Leben gerufenen und wohl bekanntesten aller Tango-Formationen auf den Markt gekommen. José Pepe Libertella und Luis Stazo, die beiden Bandoneonisten, waren die Auslöser der Gründung. Nach dem Tod Libertellas im Jahr 2004 und dem Ausscheiden Luis Stazos‘ im selben Jahr sahen viele Musikkritiker schon das Ende des Sextetts gekommen. Doch der befürchtete Bruch konnte vermieden werden. Die Plätze der beiden Bandoneonspieler nehmen heute  Horacio Romo  und Pablo Mainetti ein.

Vida, Pasion Y Tango enthält 15 Stücke. Das Besondere an dieser neuen CD ist, dass den neu eingespielten Stücken bisher unveröffentlichte Live-Mitschnitte von der letzten Tournee mit Libertella und Stazo (2004) als Zugabe zur Seite gestellt wurden.

Rezensionen habe ich im Netz noch nicht gefunden, aber das dürfte auch egal sein. Für Tango- und Sexteto Mayor-Fans ist die CD sicher ein „Muss“.

Im übrigen  steht das Album im Mittelpunkt der gegenwärtig laufenden Europa-Tournee des Sextetts aus Argentinien. Hier einige Termine:

Mittwoch, 17. November 2010, 20 Uhr, Zürich, Kirche Neumünster

Freitag, 19. November 2010, 20 Uhr, Nürnberg, Maritim Hotel

Donnerstag, 25. November 2010, 20 Uhr, Jazzclub Ludwigsburg, Scala (Auftritt im Rahmen der Ludwigsburger Jazztage)

CD-Neuerscheinung: Johanna Juhola- Fantasiatango

9. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Johanna Juhola ist eine junge finnische Akkordeonspielerin, die zuletzt mit der Akkordeonale durch die Lande tourte und sich dabei viel Sympathie erworben hat. Sie hat an der Sibelius-Akademie studiert und beherrscht nicht nur das Spiel auf dem Akkordeon souverän – sie hat sich längst auch als Komponistin bewährt.

Fantasiatango ist ihre aktuelle CD, die im April diesen Jahres erschienen ist. Ich besitze sie leider – noch – nicht und habe mich deshalb nach „fremden“ Rezensionen umgeschaut. Auf www.nordische-musik.de (ich weiß allerdings nicht, wer sich dahinter verbirgt) heißt es:

Sie spielt entweder mit ihrer Band Reaktori, … ihrem Trio … oder mit Norvio allein, wobei sie dann neben Akkordeon noch alles mögliche andere klingen und klimpern lässt. Das hat Phantasie, Witz und Klasse, und obwohl sie sich sehr mit Details beschäftigt, lässt sie nie das große Ganze aus den Augen. Und ihr Akkordeon auch nicht, das beherrscht sie schließlich meisterhaft.

Dass meine Lieblings-Musikzeitschrift Folker unabhängig ist und ebenso urteilt, weiß ich als Leserin schon lange. Auch dort ist man voll des Lobes. In der Ausgabe 3/2010 heißt es in einer Kurzrezension u. a.:

Tango Nuevo aus Finnland mit der fabelhaften Akkordeonistin Johanne Juhola und ihren Eigenkompositionen im Zentrum. Der Mix aus Tradition und Elektronika erzählt instrumentale Geschichten … Dabei bewegen sich die Künstlerin und ihre Band zwischen Jazz, Pop und – eben Tango.

Zwei eindeutig positive Besprechungen also.

Mehr Informationen über die Musikerin finden sich u. a. auf ihrer Homepage, die aber Englisch-Kenntnisse oder besser noch Finnisch-Kenntnisse erfordert.

CD-Neuerscheinung: Lydom & Hoirup – Svip Svap Svolstikke

15. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Debut Album from Danish Folk Music Masters: Folk aus Dänemark
Sonnich Lydom: diatonisches Akkordeon, Mundharmonika
Morten A. Hoirup: Gitarre, Gesang

Wir schauen heute einmal über unsere nördliche Grenze nach Dänemark, wo es eine sehr lebendige Folkszene gibt. Den Akkordeonisten Sonnich Lydom und den Gitarristen Morten A. Hoirup kann man mit gutem Recht zu den Veteranen dieser Szene zählen. Sie sind viel in der Welt herumgetourt, jeder hat diverse Alben aufgenommen und zusammengerechnet haben sie neun Danish Music Awards (vergleichbar den Grammy’s) gewonnen.

Jetzt haben Lydom und Hoirup ihre erste CD als Duo vorgelegt. Insgesamt 13 Stücke enthält „Svip Svap Svolstikke“. Das Album ist nach einer alten Tanzmelodie der Insel Fano benannt. Lydom hat dort und in den Archiven des Dänischen Instituts für Folklore fleißig Tunes gesammelt – Musik, die jetzt erstmals auf dieser CD veröffentlicht wurde. Weiter enthält das Album 3 Kompositionen von Morten Hoirup und 3 dänische Songs. Divere Gastmusiker/innen sind mit von der Partie.

Auf MySpace hat man Gelegenheit, die Künstler und ihre gemeinsame CD näher kennen zu lernen.

Lydom & Hoirup
Svip Svap Svolstikke
GO‘ Danish Folk Music
GO0510, http://www.gofolk.dk
13 Tracks, mit dän. und engl. Infos

Bach auf dem Akkordeon: neue CD von Wolfgang Dimetrik

5. September 2010 § Ein Kommentar

Klassische Musik auf dem Akkordeon zu interpretieren, das scheint im Moment „in“ zu sein. Das gilt offenbar insbesondere für die Werke von Johann Sebastian Bach. Ob Richard Galliano da eine gewisse Vorreiterrolle übernommen hat?

Letzten Monat ist „Minor Music“, die neue CD des Akkordeonisten Wolfgang Dimetrik bei Gramola erschienen. Der Musiker wählte für seine Annäherung an Bach die Englischen Suiten BWV 807, 808 und 810 aus. Und das Ergebnis? Im Blog ouverture habe ich dazu recht kritische Äußerungen gefunden. Wörtlich heißt es in der Rezension: „Dennoch vermag das Ergebnis nicht zu überzeugen; die Klangfarben, die das Akkordeon einbringt, bereichern diese Werke Bachs nicht wirklich.“

Ein Beitrag im Portal Klangwelt ist dagegen voll des Lobes. Da ist die Rede von einer „Pionierarbeit, die dieser Einspielung den Rang eines Maßstabs für künftige Generation von Akkordeonisten verleiht“. Das hört sich ja gewaltig an.

Ob es weitere Besprechungen gibt, die bei einer eventuellen Kaufentscheidung helfen könnten, weiß ich nicht. Ich habe keine gefunden.

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