Die größte Harmonika-Schau Sachsens: das Harmonikamuseum Zwota

9. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Mundharmonika • Deutsche Harmonika • Wiener Harmonika • Akkordeon • Konzertina • Bandonion • Harmonium

Pianoakkordeon Meinel & Herold 1935/36

Mit über 1000 Instrumenten verfügt das Zwotaer Museum über einen Fundus, der für Laien, Fachleute der Musikbranche und Wissenschaftler gleichermaßen von Interesse ist. Unter den Exponaten befinden sich zahlreiche Mundharmonikas, diatonische Handharmonikas, Konzertinas aus dem 19. Jahrhundert, Instrumente der legendären Bandonionfabrik „Arnold“ aus Carlsfeld im Erzgebirge sowie Akkordeons in verschiedenen Ausführungen, unter anderen die Spitzenmodelle der ehemaligen Klingenthaler Harmonikawerke. Viele Instrumente wurden in der Region hergestellt. Sie sind Zeitzeugen der wirtschaftlichen Entwicklung des Klingenthaler Gebietes.

Wenn man diesen Text des Ausstellers liest, möchte man sich sofort auf den Weg machen und das Museum besuchen. Da hat man offenkundig eine beeindruckende Sammlung zusammengetragen.

Dass sich das Museum in Zwota im Vogtland befindet, ist kein Zufall. Die Region um Klingenthal hatte sich schon früh zu einem Zentrum des Zuginstrumentenbaus in Deutschland entwickelt und sich seit dem Beginn der Mundharmonika- und Handharmonika- sowie der Akkordeon-Produktion mit den Trossinger Firmen Hohner, Koch und Weiss einen harten Konkurrenzkampf geliefert. Unzählige Instrumente unter klangvollen Markennamen wie „Royal Standard“, „Barcarole“, „Horch“, „Weltmeister“, „Galotta“, Hutschelli“ verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in viele Länder der Welt exportiert. Aber auch heute noch ist die Gegend ein Zentrum des Baus von Handzuginstrumenten. Die von der Harmona Akkordeon GmbH hergestellten Akkordeons der Marke „Weltmeister“ etwa oder die Silvetta-Konzertinas seien beispielhaft genannt.

Infos zu Öffnungszeiten der Ausstellung, Anfahrt etc. finden sich auf der Homepage des Museums, von der aus man auch gleich einen kleinen Rundgang unternehmen kann.

Harmonika-Museum in Brovst/Dänemark

3. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wieviel Harmonika-Museen gibt es in Dänemark? Welche Rolle spielt(e) das Akkordeon bei unserem nördlichen Nachbarn? – Als ich beim Stöbern im Internet auf den Bericht von Rolf Lindner über ein Harmonika-Museum in Dänemark stieß, dachte ich spontan: darüber hat Knopfdruck:: doch auch schon einmal hier berichtet. Aber bei näherem Hinsehen ist mir klar geworden, dass es sich um zwei verschiedene Museen handeln muss. Um zwei wirklich sehenswerte Einrichtungen für all die, die sich für Musikinstrumente und insbesondere die Geschichte des Akkordeons/der Harmonika interessieren.

Rolf Lindner hat seinen Bericht über den Museumsbesuch mit einer Fülle bemerkenswerter Fotos illustriert. Ein Besuch seines Blogs lohnt sich.

Hohner – ein erfinderischer Instrumentenhersteller

20. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Bekannt und erfolgreich geworden ist die Matthias Hohner AG bekanntlich als Mundharmonika- und als Akkordeon-Fabrikant.

Das Unternehmen hat aber auch wiederholt versucht, „neuartige“ Instrumente unter’s Volk zu bringen, über die wir heute nur noch schmunzeln können.

Gut – was der junge Wanderbursche auf diesem Bild spielt, ist immerhin noch klar und deutlich als Akkordeon zu erkennen. Ein Mini-Akkordeon, offenbar als „Mitnahme-Instrument“ für Wandertouren, Ausflüge etc. gedacht. Es scheint etwa Mitte der 1950er Jahre produziert worden zu sein. Das Foto war Titelbild der Zeitschrift „Die Harmonika“ von Juni/Juli 1956. Ob das Unternehmen dieses kleine Akkordeon gut verkaufen konnte, weiß ich nicht – ich kenne keine Verkaufszahlen.

Hier wieder ein Titelfoto der „Harmonika“ – diesmal handelt es sich um die Mai-Ausgabe 1956. Was die junge Frau links auf dem Foto spielt, ist ein – ja was eigentlich??? Ich weiß es nicht, aber es ist definitiv eine Hohner-Erfindung.

Die junge Frau rechts im Bild hält eine „Harmonetta“ in Händen. Die Harmonetta, so lesen wir in der schon erwähnten Zeitschrift, „ist ein völlig neues Musikinstrument, das in der Reihe der traditionellen Musikinstrumente keine Parallele aufweist. Ihre Spielmöglichkeiten reichen vom Einzeltonspiel über harmonische Drei- und Vierklänge bis zu den modernsten Jazz-Akkorden.“

Oder sollte ich lieber die ersten Zeilen des Artikels zitieren? „Es ist verständlich“, heißt es da, „daß man jedem neuen Musikinstrument mit einer gewissen Skepsis begegnet. Die Vielzahl der bereits vorhanden Klangwerkzeuge läßt zudem auf den ersten Blick ein Bedürfnis für weitere Neuschöpfungen zumindest als fraglich erscheinen. Das beweist der Mißerfolg so vieler neuer Musikinstrumente, die über das Stadium der ‚Erfindung‘ und ihrer ersten Ausprägung nur selten hinausgekommen sind“.

Soweit mir bekannt ist, hat Hohner nicht wenige Erfahrungen dieser Art gemacht.

Wenn man im Internet sucht, ist es allerdings durchaus noch möglich, an eine Harmonetta zu kommen. Bei einer Ebay-Auktion hat ein amerikanischer Verkäufer dafür  in den letzten Tagen 380 US $ bekommen (ca. 291 EUR).

Ausflug in die Niederlande: das Accordion & Harmonica Museum ‘De Muse’

13. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wie wär’s mit einem Ausflug nach Malden, einem Dörfchen in der Nähe von Nijmegen? Der Besuch dürfte sich lohnen, denn Akkordeon-Interessierte finden dort in einem restaurierten historischen Gebäude unter einem Dach diverse reizvolle Angebote: da gibt es im Erdgeschoss den Akkordeonladen von Henk Kuik mit einer angeschlossenen Werkstatt. Auch ein Museumsladen und – zur Erholung nicht zu verachten – ein Museumscafé sind dort untergebracht. Das ganze Obergeschoss aber ist reserviert für  das Akkordeon- und Harmonikamuseum. Eine wirklich reizvolle Kombination.

Leider lässt die auch auf deutsch verfügbare Homepage www.accordeonmuseum.nl keine Einblicke in die Museumsbestände zu. Da hilft also nur eins: selber hinfahren. Wer sich im Vorfeld näher informieren möchte, kann das bei Henk Kuik tun. Seine Kontaktdaten sind unter der angegebenen Internetadresse hinterlegt.

Akkordeon-Orchester Langenhain: Ausstellung alter Harmonikas

11. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute geht es noch einmal um schöne alte Instrumente. Diesmal aber nicht um Concertinas, sondern um Akkordeons. Leider kann ich sie mangels vorliegenden Materials nicht im Bild vorstellen.

Wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, haben die Mitglieder  des 1941 gegründeten Akkordeon-Orchesters Langenhain für eine Ausstellung alter Akkordeon-Instrumente, historischer Fotos und Unterlagen eifrig in Kellern und auf Dachböden gekramt. Und sie sind fündig geworden: Herausgekommen ist nämlich eine kleine, aber feine Ausstellung, die (noch einmal) am Sonntag, 3. Oktober, im «Häuschen» des Heimat- und Geschichtsvereins (Kornblumenweg 18) zu sehen ist. Präsentiert werden mehr als 20 alte Ziehharmonikas. Das älteste Modell wurde um 1900 gebaut. Fotos dokumentieren Konzertauftritte und Veranstaltungen des Akkordeon-Orchesters. Daneben sind auch alte Notenblätter zu sehen.

Leider wird in dem Zeitungsbericht keine Öffnungszeit genannt, und meine Suche im Internet hat diesbezüglich auch keinen Erfolg gehabt. Bei Interesse also bitte selber recherchieren, wenn der Termin näher rückt. Langenhain liegt übrigens in der Nähe von Frankfurt.

Schöne alte Concertinas

10. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf Ebay.com habe ich heute zwei wunderbare Concertinas entdeckt, wie sie mir noch nie untergekommen sind. Ich will meine Begeisterung nicht für mich behalten. Hier sind sie.

Beim ersten vorgestellten Modell handelt es sich um eine deutsche diatonische Concertina / Konzertina, was die dazugehörige Box belegt, auf deren Abbildung ich hier verzichte. Der Name des Herstellers ist nirgends zu finden. Ich vermute, dass es sich um eine Konzertina handelt, die aus Klingenthal stammt (Scholer?).

Und hier die 2., nicht ganz so spektakulär ausgestattete, ebenfalls diatonische, Concertina. Ihr Herkunftsland ist Italien: sie kommt aus Castelfidardo. der „Heimat“ der italienischen Harmonikaproduktion.


Bei solch schönen und ungewöhnlichen Instrumenten bekommt man ja Lust, mitzubieten – die Auktionen laufen noch.

Reklamemarke Accordeon M. Hohner [2]

20. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Reklamemarke des Akkordeon-Herstellers Matthias Hohner: Marine-Soldat beim Akkordeonspiel

Zeit, mal wieder eine der hübschen Reklamemarken aus meiner kleinen Sammlung vorzustellen. Nachdem Knopfdruck::  zuletzt eine Reklamemarke des Akkordeonbauers Andreas Koch präsentiert hat, ist diesmal wieder Hohner an der Reihe.

Wie in den Anmerkungen zu der Koch’schen Werbemarke schon erläutert, waren sowohl Hohner als auch Koch, darüber hinaus aber noch andere Harmonika-Hersteller wie Weiss und Messner, in der württembergischen Kleinstadt Trossingen angesiedelt. In dem Buch „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt. Hohner und die Harmonika 1857 – 1961“ von Hartmut Bergdorff, das ich gerade studiere, gibt es sehr aufschlussreiche Ausführungen über den  (oftmals mehr als ) harten Konkurrenzkampf, den sich die Trossinger Produzenten lieferten und den Hohner schließlich zu seinen Gunsten entschied.

Reklamemarke: Andreas Koch Harmonicas

17. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ANDs KOCH HARMONICAS – „Es giebt keine besseren!“

Chinese spielt Akkordeon.

Wirtschaftskreislauf: Der Mundharmonika-Fabrikant Andreas Koch begann ebenso wie Matthias Hohner ab 1903  Akkordeons zu bauen und war wie der Mitbewerber in Trossingen angesiedelt. Schon bald nach Aufnahme der Akkordeon-Produktion wurde Koch aber vom expandierenden Konkurrenten Hohner aufgekauft. Viele Jahre später, nämlich Ende der 1990er Jahre , stiegen die Chinesen bei  Hohner  ein. Und mindestens Teile der Hohner-Akkordeons stammen heute  aus chinesischer Fertigung…

Faszinierende Akkordeongeschichte: das Harmonika-Museum in Trossingen

7. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Im August 1991 hat es seine Pforten geöffnet und seither viele Akkordeon-Interessierte angezogen: das Harmonika-Museum in der „Hohner-Stadt“ Trossingen, das wir heute einmal besuchen wollen.

Beginnen wir mit einer kurzen Selbstdarstellung des Museums:

Länger als über ein ganzes Jahrhundert wurde von der Firma Hohner nahezu alles gesammelt, was für die Branche von Belang war. So entstand die weltweit einzigartige Sammlung Hohner mit heute ca. 25.000 verschiedenen Mundharmonikas, vielen Handzuginstrumenten sowie einem umfangreichen Bestand an branchen-geschichtlichen Dokumenten.

Aufgrund ihres hohen Ensemblewertes und einiger ganz besonderer Einzelstücke wurde die Sammlung 1987 vom Land Baden-Württemberg angekauft und 1991 mit der Eröffnung des Harmonikamuseums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besondere Beachtung verdienen neben den Instrumenten und Dokumenten auch die bunten Mundharmonika-Verpackungen. Kein anderes Industrieprodukt spiegelt den Zeitgeist so gut wider wie die Mundharmonika.

Neugierig geworden, begeben wir uns nun auf den Rundgang durch die Dauerausstellung. Wir entdecken zunächst die Frühgeschichte der Mund- und Ziehharmonika.

Im nächsten Schritt geht es in den Produktionsbereich. Hier sind Filmausschnitte zur Herstellung von Mund- und Ziehharmonika zu sehen. Daneben sind die Bauteile der Harmonika-Instrumente ausgestellt. Historische Fotodokumente zeigen den Stimmer bei seiner Arbeit am Stimmtisch.

Die Abteilung „Spiegel der Zeit“ zeigt die geschickte Vermarktung der Mundharmonika. Schon um 1890 entstand die Idee einer populären Gestaltung und Verpackung des kleinen Musikinstruments.

Mit 170 Jahren Harmonika-Geschichte werden die Besucher/innen in der Abteilung „1820 bis heute“ vertraut gemacht. Zunächst geht es um die Mundharmonika – das Instrument, das am Beginn der Erfolgsgeschichte des Unternehmens Matthias Hohner stand. .“Accordeons“ werden erst im Verlauf des Rundgangs präsentiert, denn die Trossinger Fabriken Hohner und Koch begannen erst 1903 mit diesem Produktionszweig. Hohner verdankte sein immenses Wachstum übrigens in hohem Maße der Tatsache, das konkurrierende Unternehmen wie der erwähnte Akkordeonbauer Koch oder die Akkordeonfabrik Gessner in Magdeburg, um nur einige Beispiele zu nennen, aufgekauft wurden.

Hohner-Werbung (Blechschild)

Der Rundgang endet in der Abteilung „Handzuginstrumente“. Hier geben zahlreiche Handharmonikas, Akkordeons, Bandoneons und Konzertinas einen Einblick in die technische Vielfalt der Handzuginstrumente, und man kann Instrumente bestaunen, die von bekannten Persönlichkeiten gespielt wurden.

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass die im Museum ausgestellten Exponate nicht ausschließlich die Aktivitäten des Unternehmens Hohner präsentieren, sondern dass der Sammeleifer auch konkurrierende Hersteller erfasst hat und die Einrichtung somit ein recht umfassendes Bild der Harmonika-Geschichte vermittelt.

Einen ersten bescheidenen Eindruck von dem, was Besucher/innen im Harmonika-Museum erwartet, bekommt man übrigens, wenn man auf der Museums-Homepage auf den Button Harmonika-TV drückt. Über „reale“ Besuchszeiten und Eintrittspreise informieren die „Besucher-Infos“.

E-Card

E-Card

Links ist eine hübsche E-Card zu sehen, die direkt von der Museums-Homepage aus verschickt werden kann.

Zum Weiterlesen sei historisch Interessierten ein Artikel über Matthias Hohner in Zeit Online vom 2. 10. 2003 empfohlen („Ein Bläsle für Freund und Feind“). In dem Artikel findet sich auch der Hinweis auf das 1997 erschienene wirtschaftshistorische Werk von Hartmut Berghoff mit dem Titel „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857 – 1967“.

Djur’s Harmonika Museum

9. April 2010 § Ein Kommentar

Was Sammelleidenschaft nicht alles zustande bringt: Das private (!) Djur’s Harmonika Museum  in Dänemark hat mehr als 700 Ausstellungsstücke – Akkordeons, Bandoneons, Concertinas – zusammengetragen! Ca. 550 Sammelobjekte sind ständig zu sehen. Die Instrumente stammen teilweise noch aus Urgroßvaters Zeiten, aber es können auch neuere Exponate bestaunt werden.

Neben einer Vielzahl von Instrumenten aus anderen europäischen Ländern sind auch Modelle zu sehen, die von zwei dänischen Akkordeon- Baumeistern stammen.

Die Museumsbetreiber Jacob und Kirsten Eden zeigen Besuchern und Besucherinnen gern ihre Schätze – aber bitte nach Voranmeldung. Die Kontaktdaten finden sich auf der Homepage des Harmonika Museums. Dort kann man auch schon mal einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung machen.

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