Bob Tedrow: Concertina maker

29. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Wer den Kauf einer hochwertigen neuen Concertina erwägt, stößt bei der Recherche rasch auf den Namen Bob Tedrow.

In diesem Video schauen wir Tedrow ein wenig bei der Arbeit über die Schulter. Der Amerikaner hat seine Werkstatt in Birmingham in Alabama.

Mehr Informationen über Bob Tedrow und seine wunderschönen Concertinas gibt es hier.

Die größte Harmonika-Schau Sachsens: das Harmonikamuseum Zwota

9. Februar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Mundharmonika • Deutsche Harmonika • Wiener Harmonika • Akkordeon • Konzertina • Bandonion • Harmonium

Pianoakkordeon Meinel & Herold 1935/36

Mit über 1000 Instrumenten verfügt das Zwotaer Museum über einen Fundus, der für Laien, Fachleute der Musikbranche und Wissenschaftler gleichermaßen von Interesse ist. Unter den Exponaten befinden sich zahlreiche Mundharmonikas, diatonische Handharmonikas, Konzertinas aus dem 19. Jahrhundert, Instrumente der legendären Bandonionfabrik „Arnold“ aus Carlsfeld im Erzgebirge sowie Akkordeons in verschiedenen Ausführungen, unter anderen die Spitzenmodelle der ehemaligen Klingenthaler Harmonikawerke. Viele Instrumente wurden in der Region hergestellt. Sie sind Zeitzeugen der wirtschaftlichen Entwicklung des Klingenthaler Gebietes.

Wenn man diesen Text des Ausstellers liest, möchte man sich sofort auf den Weg machen und das Museum besuchen. Da hat man offenkundig eine beeindruckende Sammlung zusammengetragen.

Dass sich das Museum in Zwota im Vogtland befindet, ist kein Zufall. Die Region um Klingenthal hatte sich schon früh zu einem Zentrum des Zuginstrumentenbaus in Deutschland entwickelt und sich seit dem Beginn der Mundharmonika- und Handharmonika- sowie der Akkordeon-Produktion mit den Trossinger Firmen Hohner, Koch und Weiss einen harten Konkurrenzkampf geliefert. Unzählige Instrumente unter klangvollen Markennamen wie „Royal Standard“, „Barcarole“, „Horch“, „Weltmeister“, „Galotta“, Hutschelli“ verließen die Werkstätten in Klingenthal und Zwota und wurden in viele Länder der Welt exportiert. Aber auch heute noch ist die Gegend ein Zentrum des Baus von Handzuginstrumenten. Die von der Harmona Akkordeon GmbH hergestellten Akkordeons der Marke „Weltmeister“ etwa oder die Silvetta-Konzertinas seien beispielhaft genannt.

Infos zu Öffnungszeiten der Ausstellung, Anfahrt etc. finden sich auf der Homepage des Museums, von der aus man auch gleich einen kleinen Rundgang unternehmen kann.

Hohner – ein erfinderischer Instrumentenhersteller

20. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Bekannt und erfolgreich geworden ist die Matthias Hohner AG bekanntlich als Mundharmonika- und als Akkordeon-Fabrikant.

Das Unternehmen hat aber auch wiederholt versucht, „neuartige“ Instrumente unter’s Volk zu bringen, über die wir heute nur noch schmunzeln können.

Gut – was der junge Wanderbursche auf diesem Bild spielt, ist immerhin noch klar und deutlich als Akkordeon zu erkennen. Ein Mini-Akkordeon, offenbar als „Mitnahme-Instrument“ für Wandertouren, Ausflüge etc. gedacht. Es scheint etwa Mitte der 1950er Jahre produziert worden zu sein. Das Foto war Titelbild der Zeitschrift „Die Harmonika“ von Juni/Juli 1956. Ob das Unternehmen dieses kleine Akkordeon gut verkaufen konnte, weiß ich nicht – ich kenne keine Verkaufszahlen.

Hier wieder ein Titelfoto der „Harmonika“ – diesmal handelt es sich um die Mai-Ausgabe 1956. Was die junge Frau links auf dem Foto spielt, ist ein – ja was eigentlich??? Ich weiß es nicht, aber es ist definitiv eine Hohner-Erfindung.

Die junge Frau rechts im Bild hält eine „Harmonetta“ in Händen. Die Harmonetta, so lesen wir in der schon erwähnten Zeitschrift, „ist ein völlig neues Musikinstrument, das in der Reihe der traditionellen Musikinstrumente keine Parallele aufweist. Ihre Spielmöglichkeiten reichen vom Einzeltonspiel über harmonische Drei- und Vierklänge bis zu den modernsten Jazz-Akkorden.“

Oder sollte ich lieber die ersten Zeilen des Artikels zitieren? „Es ist verständlich“, heißt es da, „daß man jedem neuen Musikinstrument mit einer gewissen Skepsis begegnet. Die Vielzahl der bereits vorhanden Klangwerkzeuge läßt zudem auf den ersten Blick ein Bedürfnis für weitere Neuschöpfungen zumindest als fraglich erscheinen. Das beweist der Mißerfolg so vieler neuer Musikinstrumente, die über das Stadium der ‚Erfindung‘ und ihrer ersten Ausprägung nur selten hinausgekommen sind“.

Soweit mir bekannt ist, hat Hohner nicht wenige Erfahrungen dieser Art gemacht.

Wenn man im Internet sucht, ist es allerdings durchaus noch möglich, an eine Harmonetta zu kommen. Bei einer Ebay-Auktion hat ein amerikanischer Verkäufer dafür  in den letzten Tagen 380 US $ bekommen (ca. 291 EUR).

Reklamemarke Accordeon M. Hohner [2]

20. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Reklamemarke des Akkordeon-Herstellers Matthias Hohner: Marine-Soldat beim Akkordeonspiel

Zeit, mal wieder eine der hübschen Reklamemarken aus meiner kleinen Sammlung vorzustellen. Nachdem Knopfdruck::  zuletzt eine Reklamemarke des Akkordeonbauers Andreas Koch präsentiert hat, ist diesmal wieder Hohner an der Reihe.

Wie in den Anmerkungen zu der Koch’schen Werbemarke schon erläutert, waren sowohl Hohner als auch Koch, darüber hinaus aber noch andere Harmonika-Hersteller wie Weiss und Messner, in der württembergischen Kleinstadt Trossingen angesiedelt. In dem Buch „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt. Hohner und die Harmonika 1857 – 1961“ von Hartmut Bergdorff, das ich gerade studiere, gibt es sehr aufschlussreiche Ausführungen über den  (oftmals mehr als ) harten Konkurrenzkampf, den sich die Trossinger Produzenten lieferten und den Hohner schließlich zu seinen Gunsten entschied.

Weltmeister-Akkordeons: den Akkordeonbauern über die Schulter schauen

20. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wiener Harmonika der Marke Weltmeister

Wer die Homepage der Harmona Akkordeon GmbH in Klingenthal aufruft, findet – na klar – eine Präsentation der unter dem Markennamen Weltmeister bekannten Akkordeons. Und die gibt es in allen denkbaren Spielarten: Piano-Akkordeons, Knopf-Akkordeons, diatonische Akkordeons …

1 Akkordeon = 2500 Einzelteile
Aber die Homepage bietet mehr. Wer einen – virtuellen – Eindruck von der Fertigung eines Akkordeons gewinnen möchte, sollte sich einmal die unter Service/Fertigung bereitgestellte Seite ansehen. Ca. 2500 Einzelteile werden „verbaut“, bis nach etwa 5000 Arbeitsgängen das Produkt fertig ist und den Garantiepass erhält.

Werksbesichtigung
Aber was für Interessierte an der Akkordeonherstellung noch besser ist: Die Harmona Akkordeon GmbH kann besichtigt werden: Bei einem etwa 1 – 1 1/2 Stunden dauernden Rundgang können die Besucherinnen und Besucher den Akkordeonbauern direkt über die Schulter schauen und sie zu ihrer Arbeit befragen. Einzelheiten zu diesem „weltmeisterlichen“ Angebot finden sich hier.

Geschichte des Akkordeons und des Akkordeonbaus
Zum Abschluss dieser Kurzvorstellung sei noch darauf hingewiesen, dass es auf der Homepage unter Wissenswertes auch noch Ausführungen zur Geschichte des Akkordeons und des Akkordeonbaus in Klingenthal gibt. Man hat sich also richtig Mühe gemacht.

Reklamemarke: Andreas Koch Harmonicas

17. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ANDs KOCH HARMONICAS – „Es giebt keine besseren!“

Chinese spielt Akkordeon.

Wirtschaftskreislauf: Der Mundharmonika-Fabrikant Andreas Koch begann ebenso wie Matthias Hohner ab 1903  Akkordeons zu bauen und war wie der Mitbewerber in Trossingen angesiedelt. Schon bald nach Aufnahme der Akkordeon-Produktion wurde Koch aber vom expandierenden Konkurrenten Hohner aufgekauft. Viele Jahre später, nämlich Ende der 1990er Jahre , stiegen die Chinesen bei  Hohner  ein. Und mindestens Teile der Hohner-Akkordeons stammen heute  aus chinesischer Fertigung…

Faszinierende Akkordeongeschichte: das Harmonika-Museum in Trossingen

7. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Im August 1991 hat es seine Pforten geöffnet und seither viele Akkordeon-Interessierte angezogen: das Harmonika-Museum in der „Hohner-Stadt“ Trossingen, das wir heute einmal besuchen wollen.

Beginnen wir mit einer kurzen Selbstdarstellung des Museums:

Länger als über ein ganzes Jahrhundert wurde von der Firma Hohner nahezu alles gesammelt, was für die Branche von Belang war. So entstand die weltweit einzigartige Sammlung Hohner mit heute ca. 25.000 verschiedenen Mundharmonikas, vielen Handzuginstrumenten sowie einem umfangreichen Bestand an branchen-geschichtlichen Dokumenten.

Aufgrund ihres hohen Ensemblewertes und einiger ganz besonderer Einzelstücke wurde die Sammlung 1987 vom Land Baden-Württemberg angekauft und 1991 mit der Eröffnung des Harmonikamuseums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besondere Beachtung verdienen neben den Instrumenten und Dokumenten auch die bunten Mundharmonika-Verpackungen. Kein anderes Industrieprodukt spiegelt den Zeitgeist so gut wider wie die Mundharmonika.

Neugierig geworden, begeben wir uns nun auf den Rundgang durch die Dauerausstellung. Wir entdecken zunächst die Frühgeschichte der Mund- und Ziehharmonika.

Im nächsten Schritt geht es in den Produktionsbereich. Hier sind Filmausschnitte zur Herstellung von Mund- und Ziehharmonika zu sehen. Daneben sind die Bauteile der Harmonika-Instrumente ausgestellt. Historische Fotodokumente zeigen den Stimmer bei seiner Arbeit am Stimmtisch.

Die Abteilung „Spiegel der Zeit“ zeigt die geschickte Vermarktung der Mundharmonika. Schon um 1890 entstand die Idee einer populären Gestaltung und Verpackung des kleinen Musikinstruments.

Mit 170 Jahren Harmonika-Geschichte werden die Besucher/innen in der Abteilung „1820 bis heute“ vertraut gemacht. Zunächst geht es um die Mundharmonika – das Instrument, das am Beginn der Erfolgsgeschichte des Unternehmens Matthias Hohner stand. .“Accordeons“ werden erst im Verlauf des Rundgangs präsentiert, denn die Trossinger Fabriken Hohner und Koch begannen erst 1903 mit diesem Produktionszweig. Hohner verdankte sein immenses Wachstum übrigens in hohem Maße der Tatsache, das konkurrierende Unternehmen wie der erwähnte Akkordeonbauer Koch oder die Akkordeonfabrik Gessner in Magdeburg, um nur einige Beispiele zu nennen, aufgekauft wurden.

Hohner-Werbung (Blechschild)

Der Rundgang endet in der Abteilung „Handzuginstrumente“. Hier geben zahlreiche Handharmonikas, Akkordeons, Bandoneons und Konzertinas einen Einblick in die technische Vielfalt der Handzuginstrumente, und man kann Instrumente bestaunen, die von bekannten Persönlichkeiten gespielt wurden.

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass die im Museum ausgestellten Exponate nicht ausschließlich die Aktivitäten des Unternehmens Hohner präsentieren, sondern dass der Sammeleifer auch konkurrierende Hersteller erfasst hat und die Einrichtung somit ein recht umfassendes Bild der Harmonika-Geschichte vermittelt.

Einen ersten bescheidenen Eindruck von dem, was Besucher/innen im Harmonika-Museum erwartet, bekommt man übrigens, wenn man auf der Museums-Homepage auf den Button Harmonika-TV drückt. Über „reale“ Besuchszeiten und Eintrittspreise informieren die „Besucher-Infos“.

E-Card

E-Card

Links ist eine hübsche E-Card zu sehen, die direkt von der Museums-Homepage aus verschickt werden kann.

Zum Weiterlesen sei historisch Interessierten ein Artikel über Matthias Hohner in Zeit Online vom 2. 10. 2003 empfohlen („Ein Bläsle für Freund und Feind“). In dem Artikel findet sich auch der Hinweis auf das 1997 erschienene wirtschaftshistorische Werk von Hartmut Berghoff mit dem Titel „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857 – 1967“.

Musikmesse 2010 in Frankfurt

26. Februar 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

In der Zeit vom 24. – 27. März dürfte Frankfurt das Mekka der Musikliebhaber/innen sein – findet dort doch, so der Veranstalter, die “weltweite Leitmesse für Musikinstrumente und Live-Musik” statt. Sie ist seit 25 Jahren der wichtigste Treffpunkt der Musikinstrumentenindustrie und somit auch ein bedeutendes Ereignis für Akkordeon-Fans.

Denn unter den Ausstellern sind auch die großen Akkordeon-Hersteller. Die Namensliste liest sich wie das “Best-of” der Branche. Vertreten sind zum Beispiel die Harmona Akkordeon GmbH (“Weltmeister”), Nello Mengascini, die IMC International Music Company (“Piermaria”), Pigini, Saltarelle und Siwa & Figli, um nur einige Namen zu nennen. Die gesamte Ausstellerliste findet sich auf musik.messefrankfurt.com.

Aber was wäre eine Musikmesse ohne Events?
Die Musikmesse präsentiert nicht nur einen umfassenden Überblick über Musikinstrumente und Zubehör. Sie ist auch die größte Konzertveranstaltung in Europa. Laut Veranstalter finden während der Musikmesse mehr als 200 Live-Konzerte, Wettbewerbe, Workshops, Produkt-Präsentationen und Diskussionen statt. Eine Gesamtüberblick über die beteiligten Künstlerinnen und Künstler gibt es hier.

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