Sören Thies: Akkordeonist und Akkordeonlehrer

4. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Er wurde 1969 in Hamburg geboren, wuchs mit klassischer Musik auf und lernte bereits als Kind, Klavier und Geige zu spielen. Mit 19 entdeckte er seine Liebe zum Akkordeon.

Die Rede ist von Sören Thies, über dessen Akkordeonkurse für französische Musik Knopfdruck:: hier schon einmal berichtet hat. Heute geht es um ein weiteres interessantes Angebot des Musikers: Für Samstag, 25. 9. 2010, steht bei der VHS Frankfurt ein Kurs zum Thema „Klezmermusik und Improvisation“ an.

Thies schreibt dazu auf seiner Homepage:

Klezmermusik und Improvisation
Ensemblekurs für alle Instrumente
Klezmer – die Hochzeitsmusik der osteuropäischen Juden – verbindet ausgelassene Lebensfreude mit tiefer Melancholie und Spiritualität. Jeder Musiker versucht, innerhalb der Tradition, seinen eigenen musikalischen Ausdruck zu finden. Noten geben, soweit vorhanden, immer nur die grobe Melodielinie wieder und die Klezmermusiker fügen die Verzierungen, die Rhythmisierung und das Arrangement innerhalb der Gruppe nach eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten hinzu.

In diesem Ensemblekurs wollen wir einerseits traditionelle Klezmerstücke kennen- und spielen lernen, andererseits soll aber auch der Einstieg in das Improvisieren über Melodien, Skalen oder Akkordfolgen vermittelt werden. Ausgangspunkt für unser Musizieren wird das aufmerksame Hören sein, von dem es über das Nachsingen zum Nachspielen geht. Wir beschreiten damit den Weg des Lernens über das Gehör, wie ihn traditionelle Musiker seit Jahrhunderten in der ganzen Welt bevorzugen. Für “klassisch” trainierte Musiker wird dies unter Umständen eine ganz neue Erfahrung sein, die vielleicht längst verschüttete Fähigkeiten freilegen hilft. Der Kurs ist im Prinzip für alle Instrumente offen (Bläser, Streicher, Klavier, Gitarre, Akkordeon, etc.). Im Zweifelsfall bitte einfach nachfragen.

Hier noch einmal Ort und Zeit:  Sa, 25.09.2010, 9:30 bis 18:30 Uhr, VHS-Frankfurt.

Am 4. 12. gibt es dann wieder einmal einen Kurs „Französische Akkordeonmusik“ bei der VHS Wiesbaden.

Wer dem Akkordeonisten lieber einfach nur zuhören als selbst musikalisch aktiv werden möchte, hat dazu bei drei im Laufe der nächsten Zeit anstehenden Konzerten die Möglichkeiten. Sie stehen alle unter dem Motto „Klezmer von Odessa bis Paris“. Hier die Termine:

  • 13.09.2010 – 19:30 Uhr
    35080 Bad Endbach – Kurhaus
  • 09.11.2010 – 20:00 Uhr
    34466 Wolfhagen – Evang. Stadtkirche Wolfhagen
  • 26.11.2010 – 20:00 Uhr
    95326 Kulmbach – St.-Nikolai-Kirche

Abschließend zur weiteren Information noch der Link zur Homepage von Sören Thies.

Jetzt allein zu Haus: das Akkordeon-Magazin

18. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem die monatlich erscheinende Akkordeonzeitung Intermusik eingestellt wurde, ist, wenn ich das richtig sehe, hierzulande das Akkordeon-Magazin nun konkurrenzlos. Aber auch konkurrenzlos gut?

Optisch zweifelsohne. Das Heft ist sehr ansprechend aufgemacht, so dass das „Magazin für Akkordeonspieler“ (so die sehr verengende Definition der Herausgeber) von allen, die sich für das Instrument und für Akkordeonmusik interessieren, gern in die Hand genommen werden dürfte.

Special Interest Magazine und die Beweggründe ihrer Macher

Und inhaltlich? Herausgeber der Zeitschrift  ist die „kölnerverlagsagentur“, die auf ihrer Homepage ihre Aufgabe als „Anzeigenvermarktung von Consumer- und Special Interest Magazinen“ definiert. Das stimmt schon etwas nachdenklich. Wird hier das Akkordeon „instrumentalisiert“ und dient lediglich als Vehikel zum Anzeigenverkauf in einem werbefreundlichen Umfeld ?

Über die persönliche, emotionale Bindung der Herausgeber und der journalistisch für das Magazin Arbeitenden zum Akkordeon finde ich nirgendwo Hinweise. Das muss aber nicht heißen, das es keine Bindung gibt.  Die Autoren werden leider nur namentlich genannt, aber nicht näher vorgestellt. Längst nicht immer sind sie so bekannt wie Servais Haanen.

Inhaltlich breites Spektrum

Von der inhaltlichen Ausrichtung her folgt das Akkordeon-Magazin ähnlichen Publikationen im Musikbereich: Künstler(innen)-Porträts, Veranstaltungsberichte, der Blick hinter die Kulissen der Akkordeonszene, Rezensionen, Kurznachrichten. Ein breites Spektrum für eine Zeitschrift, die nur alle 2 Monate erscheint und zudem verhältnismäßig dünn (dafür aber auch recht preiswert) ist.

Bei Magazinen à la Akkordeon-Magazin ist es nicht viel anders als wie bei Kaufhäusern: manche Artikel gefallen, andere interessieren weniger, und mancher wäre auch verzichtbar. Ich hatte die Ausgaben Juni/Juli und August/September 2010 zum Kennenlernen zur Verfügung. Was mir gut gefallen hat, das waren die ausführlicheren Porträts von Künstlerinnen und Künstlern wie Johanna Juhola, Stefanie Schumacher, Gordon Pattullo oder Koby Israelite, die auch gleich die große Bandbreite der Akkordeonszene verdeutlichen.

Da oder nicht da?

Auch Artikel aus der und über die Branche sind prinzipiell zu begrüßen, aber sie sollten schon gehaltvoller sein als etwa der recht dürftig ausgefallene Beitrag über die Musikmesse Frankfurt. Wie der Autor uns wissen lässt, lag in Anbetracht der Wirtschaftskrise im Vorfeld dieser Messe eine gewisse Spannung in der Luft : „Wer würde dort sein? Und vor allem: Wer würde fehlen? Es fehlten einige.“  Wer fehlte, wird nicht verraten, auch nicht beispielhaft. Wir erfahren gerade noch, dass auch einige Aussteller aus dem Harmonikabereich fehlten. Aber auch hier nichts Genaueres. Das Akkordeon kommt danach im Artikel auch gar nicht mehr vor. Nur wer den nebenstehenden Artikel auch noch liest, erfährt zumindest, dass die Firma Hohner nicht da war. Oder etwa doch? Zitat: „Die Firma Hohner war zwar nicht mit einem eigenen Stand in Frankfurt vertreten – doch das bedeutet eben nicht, dass sie nicht da war. Ganz im Gegenteil: Hohner will dort sein, wo die Musik spielt.“

Akkordeongeschichte und Akkordeon-Hersteller

Durchaus reizvoll sind die Rückblicke in die Akkordeongeschichte und die Einblicke in die Werkstätten von Akkordeonbauern. Darauf  hat man nicht immer und so einfach Zugriff. Die gerade mit einem Beitrag von Servais Haanen gestartete Reihe, in der künftig verschiedene Akkordeons – Neuheiten wie Klassiker – vorgestellt werden sollen, könnte interessant werden und evtl. auch bei einer Kaufentscheidung helfen.

Manche Rubrik wünschte ich mir etwas ausführlicher. Nur 4 CD-Besprechungen in jeder Ausgabe, das ist für meinen Geschmack reichlich wenig.

Lesenswert, aber ohne Ecken und Kanten

Inhaltlich recht breit angelegt, bietet das Akkordeon-Magazin bei aller Kritik durchaus viel Lesenswertes. Eine bunte Mischung, prinzipiell freundlich gestimmte Artikel, kritische Töne fehlen. Wer das Akkordeon liebt und nicht ständig im Internet nach Informationen suchen möchte und/oder auch gern einmal entspannt  in einer Zeitschrift blättert, die sein Interessensgebiet abdeckt, dürfte mit dem Akkordeon-Magazin ganz gut bedient sein.

Auf http://www.akkordeon-magazin.de/ werden übrigens die bisherigen Ausgaben mit Angabe der wesentlichen Inhalte vorgestellt und können auch nachbestellt werden. Und abonnieren kann man die Zeitschrift von dort aus natürlich auch.

Postkarte 9: Le Piano du pauvre

8. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf der Rue du Taur in Toulouse: Straßenmusiker spielt Akkordeon

Eine ungewöhnliche Ansichtskarte: Präsentieren sich Städte und Regionen normalerweise von ihrer schönsten Seite, zeigt diese Karte aus der französischen Stadt Toulouse die Schattenseite des Lebens. Ein Nichtsesshafter, der sein ganzes Hab und Gut auf dem Fahrrad untergebracht hat, versucht mit seinem Akkordeonspiel ein paar Cent zum Lebensunterhalt zu verdienen. Bonne chance, Monsieur!

Ralf Weihrauch: Folk aus Irland, England, Schottland

27. Juni 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Selbstbewusstsein hat er. Sogar reichlich. Auf seiner Homepage beschreibt Ralf Weihrauch sich selbst als „begnadeten“ Akkordeonisten. Was ist dran an dieser Selbsteinschätzung?

Ich kannte den Akkordeonspieler (und Sänger) Ralf Weihrauch bislang nicht. Er hat sich irischen, englischen und schottischen Folksongs und Tunes verschrieben. Auf seiner Homepage sind relativ lange Soundclips der Titel seiner jüngsten CD „Hole in One“ anklickbar, und die klingen wirklich nicht schlecht. „Begnadet“ hin oder her: Spaß macht das Zuhören auf jeden Fall.

Im Juli gibt es mehrfach Gelegenheit, Ralf Weihrauch live zu erleben und sich ein Bild von seinen Qualitäten als Musiker und Entertainer zu machen.

Hier drei Termintipps:

Sonntag, 04. Juli:   Hünxe Gartrop, Kultur in der Schlosskapelle
Mittwoch, 14. Juli:  Volmarstein Evangelische Stiftung (Duo Belbowz)
Mittwoch, 28 Juli:  Datteln Ahsen, Landhotel Jammertal

Wo bin ich?

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