Concertina / Konzertina lernen – aber wie ? (2)

27. Dezember 2010 § 2 Kommentare

Schulen für Concertina – eine persönliche Einschätzung

Angehende Spieler/innen der Concertina / Konzertina haben es nicht leicht. Es gibt kaum brauchbare Handreichungen für Anfänger/innen.

Die vor Jahren im Voggenreiter-Verlag erschienene Konzertina-Schule für die deutsche 2reihige Konzertina von Volker Bäcker ist vergriffen. Man muss schon sehr viel Glück haben, um sie noch irgendwo aufzutreiben. Eine andere hilfreiche deutschsprachige Anleitung gibt es meines Wissens nicht. Von der „Deutschen Concertina-Schule“ von J. A. Sokoloff lässt man am besten gleich die Finger, das Heftchen ist meines Erachtens nicht brauchbar.

Etwas besser sieht das Angebot auf dem englisch-sprachigen Markt aus. Roger Watsons „Handbook für Anglo-Chromatic Concertina“ ist zwar schon Anfang der 1980er Jahre erschienen, man kann es aber etwa über ebay.com  auch heute noch ohne Probleme erwerben. „Concertina-Modell“ hat eine dreireihige Concertina mit Metall-Enden von Hohner gestanden. Von daher verwundert es nicht, wenn der Autor im Rahmen des knappen Textes auch ein Loblied auf Hohner anstimmt, aber das hält sich in Grenzen.

In den 80er Jahren (wie die Zeit vergeht!) habe ich bei Hobgoblin in England meine erste 3reihige Anglo-Concertina gekauft. Eine Gremlin, und ich glaubte damals, eine „echte“ im Heimatland der Anglo gefertigte Concertina erworben zu haben. Zu jener Zeit wusste ich noch nichts von Stagi und den vielen Concertinas, die unter wohlklingenden Namen verkauft werden, bei denen es sich aber meist um Stagis handelt, neben der Gremlin zum Beispiel Bastari, Brünner, Excalibur. Aber das nur am Rande.

Mit dem Erwerb der Gremlin ging der Kauf von Watsons Handbuch einher. Das 24 Seiten umfassende Heft enthält knappe Informationen zur Geschichte des Instruments und erläutert Wartung und Pflege. Daneben wird kurz die Spielweise des Instruments erläutert. Das Spiel wird hauptsächlich anhand von Lied-Beispielen erklärt, und das Heft enthält eine umfassende grafische Übersicht über die Bildung von Akkorden.

Besser als nichts, würde ich sagen. Für den Beginn hat das Heft seinen Zweck durchaus erfüllt.  Aber von einem „Handbuch“ (welche hochtrabende Bezeichnung) mit nur 24 Seiten darf man einfach nicht allzu viel erwarten.

Es gibt übrigens analog zu Watsons „Handbook for Anglo-Chromatic Concertina“ auch ein „Handbook for English Concertina“. Da ich nie eine „English“ hatte, gab es für mich bislang auch keine Veranlassung, das Heft zu kaufen. Ich kann es hier also nur erwähnen, aber nicht beurteilen. Beide Anleitungen sind bei Wise Publications erschienen.

(Fortsetzung folgt.)

Postkarte 17: Lady spielt Concertina

9. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Diese englische Lady schaut ja etwas ernst drein. Vielleicht hat sie die Concertina (es soll sich lt. Beschreibung um eine English Wheatstone handeln) gerade erst geschenkt bekommen und weiß noch nicht richtig damit umzugehen? Aber das ist reine Spekulation. Jedenfalls wären heute viele Spieler/innen froh, wenn sie eine spielbereite Wheatstone besäßen. Namen wie Wheatstone, Lachenal, Crabb stehen noch heute für hochwertige und begehrte Instrumente.

Concertina / Konzertina lernen – aber wie?

2. September 2010 § 5 Kommentare

English Concertina

English Concertina

Aus relativ häufigen Suchanfragen weiß ich, dass es eine gewisse Ratlosigkeit hinsichtlich der Frage gibt: „Wie und wo kann ich das Spiel auf (m)einer Concertina bzw. Konzertina erlernen?“. Da ich mir selbst ein wenig den Umgang mit meiner Irish Concertina beigebracht habe, kann ich dieses Suchen und die damit einhergehende Unsicherheit durchaus nachvollziehen.Die „Gemeinde“ der Spielerinnen und Spieler ist recht klein, und man fühlt sich mit seinem Instrument schnell ein wenig einsam. Aber man ist nicht wirklich allein.

Schon seit vielen Jahren gibt es das KonzertinaNetz, eine von Klaus Wenger mit langem Atem und viel Liebe betreute Internetpräsenz. Dort finden Interessierte Hinweise auf Kurse und Treffen der kleinen, aber feinen Konzertina-Szene. Was mich aber besonders zu meinem Hinweis veranlasst hat, ist die umfangreiche Übersicht über Konzertina-Literatur, unterteilt in Konzertina-Schulen und Bücher über das Instrument. Viele der aufgelisteten Schulen sind kommentiert, was sicher gerade für Anfänger/innen wichtig ist, zumal es ja die unterschiedlichsten Konzertina-Varianten gibt, angefangen bei der großen und der kleinen Deutschen Konzertina und ihren Besonderheiten über die Anglo- und Irish- bis zur English-Concertina.

Also: Einfach mal nachschauen und nachlesen.

Wer die englische Sprache einigermaßen beherrscht, sollte vielleicht auch einmal beim Concertina.net vorbeischauen. Dort gibt es Informationen über die Concertina in Hülle und Fülle und auch eine Rubrik „Learning“ mit vielen Hinweisen auf Material zum Lernen und Spielen. Im Zeitalter des Internets macht es ja auch keine Schwierigkeiten mehr, ausländische Schulen und Notenbücher zu erwerben.

Im übrigen wird Knopfdruck:: natürlich auch weiterhin über Neues und Interessantes aus der Welt der Concertina / Konzertina berichten und über Kursangebote informieren. Entsprechende Terminhinweise von Kursanbietern sind willkommen.

Alistair Anderson – The Grand Chain

25. März 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Aus meinem CD-Regal [4]

Alistair Anderson ist seit den 70er Jahren einer der führenden Repräsentanten des English Folk. Der aus Northumberland im Nordosten Englands stammende Musiker spielt nicht nur meisterhaft English Concertina, sondern beherrscht auch perfekt das Spiel auf den Nothumbrian pipes. Die hier vorgestellte CD belegt dies überzeugend.

Was ich als besonders angenehm empfinde, ist, dass Andersons Musik nicht so hektisch-nervig daherkommt, wie das so oft z.B. bei seinen irischen Kollegen der Fall ist, die ihre CDs gern mit Jigs und Reels vollpacken und diese dann im Rekordtempo herunterspielen. Sehr gelungen finde ich das Zusammenspiel Concertina (Anderson) und Piano (Bob Fox). Mein Top-Titel ist allerdings das solo auf der Concertina gespielte “Wen Winds Begin to Sing”. Einziger “Schönheitsfehler” des Albums ist für mich das von Anderson zusammen mit der Steel Skies Band eingespielte “On Windy Gyle” – fast 17 Minuten lang, da denkt man, das hört nie auf …

Musiker: Alistair Anderson (English concertina, Northumbrian pipes); Will Atkinson (Harmonica); Bob Fox (Piano); Joe Hutton (Northumbrian pipes auf track 6); Will Taylor (Fiddle); The Steel Skies Band (track 8 und 9).

Tracks: 01 The Glakey Hornpipe, Peter’s Peerle Boat, Young Scotty / 02 Ten Years On / 03 Frank Bishop’s Farewell, The Swallow’s Tail / 04 Lady Walpole’s Reel, The Trip to Rousay, The Trip to Durham / 05 When Winds Begin to Sing / 06 Robertson’s Reel, The Great North Run, The Grand Chain / 07 Spalpeen Aroon / 08 On Windy Gyle / 09 The Tailor’s Revenge

Deutsches Concertina-Treffen 2010

5. März 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Das „Deutsche Contertina-Treffen 2010″ richtet sich an alle Spielerinnen und Spieler sämtlicher Concertina-Systeme (English, Anglo, Duett, Anglo-German, Deutsch) und jeder Musikrichtung. Auch das Spielniveau spielt keine Rolle, denn es gibt Angebote für Anfänger/innen wie für Fortgeschrittene.

Das Treffen findet vom 19. bis 21. März 2010 (Freitag ab 17.00 Uhr bis Sonntag nach dem Mittagessen) im Seminarhof Proitzer Mühle (Wendland ) statt. Vorgesehen sind 6 Workshop-Einheiten, ein bunter Abend, Sessions, offener Austausch, eine Concertina-Klinik und ein Concertina-Flohmarkt.

Neugierig geworden? Nähere Informationen gibt es auf www.concertinas.de.

Wo bin ich?

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