Weltmeister-Akkordeons: den Akkordeonbauern über die Schulter schauen

20. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wiener Harmonika der Marke Weltmeister

Wer die Homepage der Harmona Akkordeon GmbH in Klingenthal aufruft, findet – na klar – eine Präsentation der unter dem Markennamen Weltmeister bekannten Akkordeons. Und die gibt es in allen denkbaren Spielarten: Piano-Akkordeons, Knopf-Akkordeons, diatonische Akkordeons …

1 Akkordeon = 2500 Einzelteile
Aber die Homepage bietet mehr. Wer einen – virtuellen – Eindruck von der Fertigung eines Akkordeons gewinnen möchte, sollte sich einmal die unter Service/Fertigung bereitgestellte Seite ansehen. Ca. 2500 Einzelteile werden „verbaut“, bis nach etwa 5000 Arbeitsgängen das Produkt fertig ist und den Garantiepass erhält.

Werksbesichtigung
Aber was für Interessierte an der Akkordeonherstellung noch besser ist: Die Harmona Akkordeon GmbH kann besichtigt werden: Bei einem etwa 1 – 1 1/2 Stunden dauernden Rundgang können die Besucherinnen und Besucher den Akkordeonbauern direkt über die Schulter schauen und sie zu ihrer Arbeit befragen. Einzelheiten zu diesem „weltmeisterlichen“ Angebot finden sich hier.

Geschichte des Akkordeons und des Akkordeonbaus
Zum Abschluss dieser Kurzvorstellung sei noch darauf hingewiesen, dass es auf der Homepage unter Wissenswertes auch noch Ausführungen zur Geschichte des Akkordeons und des Akkordeonbaus in Klingenthal gibt. Man hat sich also richtig Mühe gemacht.

Reklamemarke: Andreas Koch Harmonicas

17. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ANDs KOCH HARMONICAS – „Es giebt keine besseren!“

Chinese spielt Akkordeon.

Wirtschaftskreislauf: Der Mundharmonika-Fabrikant Andreas Koch begann ebenso wie Matthias Hohner ab 1903  Akkordeons zu bauen und war wie der Mitbewerber in Trossingen angesiedelt. Schon bald nach Aufnahme der Akkordeon-Produktion wurde Koch aber vom expandierenden Konkurrenten Hohner aufgekauft. Viele Jahre später, nämlich Ende der 1990er Jahre , stiegen die Chinesen bei  Hohner  ein. Und mindestens Teile der Hohner-Akkordeons stammen heute  aus chinesischer Fertigung…

Faszinierende Akkordeongeschichte: das Harmonika-Museum in Trossingen

7. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Im August 1991 hat es seine Pforten geöffnet und seither viele Akkordeon-Interessierte angezogen: das Harmonika-Museum in der „Hohner-Stadt“ Trossingen, das wir heute einmal besuchen wollen.

Beginnen wir mit einer kurzen Selbstdarstellung des Museums:

Länger als über ein ganzes Jahrhundert wurde von der Firma Hohner nahezu alles gesammelt, was für die Branche von Belang war. So entstand die weltweit einzigartige Sammlung Hohner mit heute ca. 25.000 verschiedenen Mundharmonikas, vielen Handzuginstrumenten sowie einem umfangreichen Bestand an branchen-geschichtlichen Dokumenten.

Aufgrund ihres hohen Ensemblewertes und einiger ganz besonderer Einzelstücke wurde die Sammlung 1987 vom Land Baden-Württemberg angekauft und 1991 mit der Eröffnung des Harmonikamuseums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besondere Beachtung verdienen neben den Instrumenten und Dokumenten auch die bunten Mundharmonika-Verpackungen. Kein anderes Industrieprodukt spiegelt den Zeitgeist so gut wider wie die Mundharmonika.

Neugierig geworden, begeben wir uns nun auf den Rundgang durch die Dauerausstellung. Wir entdecken zunächst die Frühgeschichte der Mund- und Ziehharmonika.

Im nächsten Schritt geht es in den Produktionsbereich. Hier sind Filmausschnitte zur Herstellung von Mund- und Ziehharmonika zu sehen. Daneben sind die Bauteile der Harmonika-Instrumente ausgestellt. Historische Fotodokumente zeigen den Stimmer bei seiner Arbeit am Stimmtisch.

Die Abteilung „Spiegel der Zeit“ zeigt die geschickte Vermarktung der Mundharmonika. Schon um 1890 entstand die Idee einer populären Gestaltung und Verpackung des kleinen Musikinstruments.

Mit 170 Jahren Harmonika-Geschichte werden die Besucher/innen in der Abteilung „1820 bis heute“ vertraut gemacht. Zunächst geht es um die Mundharmonika – das Instrument, das am Beginn der Erfolgsgeschichte des Unternehmens Matthias Hohner stand. .“Accordeons“ werden erst im Verlauf des Rundgangs präsentiert, denn die Trossinger Fabriken Hohner und Koch begannen erst 1903 mit diesem Produktionszweig. Hohner verdankte sein immenses Wachstum übrigens in hohem Maße der Tatsache, das konkurrierende Unternehmen wie der erwähnte Akkordeonbauer Koch oder die Akkordeonfabrik Gessner in Magdeburg, um nur einige Beispiele zu nennen, aufgekauft wurden.

Hohner-Werbung (Blechschild)

Der Rundgang endet in der Abteilung „Handzuginstrumente“. Hier geben zahlreiche Handharmonikas, Akkordeons, Bandoneons und Konzertinas einen Einblick in die technische Vielfalt der Handzuginstrumente, und man kann Instrumente bestaunen, die von bekannten Persönlichkeiten gespielt wurden.

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass die im Museum ausgestellten Exponate nicht ausschließlich die Aktivitäten des Unternehmens Hohner präsentieren, sondern dass der Sammeleifer auch konkurrierende Hersteller erfasst hat und die Einrichtung somit ein recht umfassendes Bild der Harmonika-Geschichte vermittelt.

Einen ersten bescheidenen Eindruck von dem, was Besucher/innen im Harmonika-Museum erwartet, bekommt man übrigens, wenn man auf der Museums-Homepage auf den Button Harmonika-TV drückt. Über „reale“ Besuchszeiten und Eintrittspreise informieren die „Besucher-Infos“.

E-Card

E-Card

Links ist eine hübsche E-Card zu sehen, die direkt von der Museums-Homepage aus verschickt werden kann.

Zum Weiterlesen sei historisch Interessierten ein Artikel über Matthias Hohner in Zeit Online vom 2. 10. 2003 empfohlen („Ein Bläsle für Freund und Feind“). In dem Artikel findet sich auch der Hinweis auf das 1997 erschienene wirtschaftshistorische Werk von Hartmut Berghoff mit dem Titel „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857 – 1967“.

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Geschichte des Akkordeons auf Knopfdruck::.

%d Bloggern gefällt das: