Briefmarken mit Zungenschlag

30. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Dass sich das Akkordeon als Briefmarkenmotiv bestens eignet, hat Knopfdruck:: schon an einigen Beispielen dokumentiert. Und die nebenstehende Briefmarke aus der Schweiz belegt dies einmal mehr.

Im Harmonika-Museum in Trossingen ist jetzt eine komplette Sonderausstellung dem Thema gewidmet. Bis zum 13. März geht es dort um Briefmarkenmotive mit Harmonikabezügen.

Einen Teil der Sammlung mit Marken aus aller Welt hat Norbert Amrein zusammengetragen. Als er sich 1980 diesem speziellen Sammelgebiet zuwandte, war er noch in dem Glauben, „die paar Briefmarken“, die es zu dem Thema zu geben schien,  schnell zusammen zu haben. Aber daraus wurde dann doch eine längerfristige Aufgabe. Ein anderer Teil der Briefmarken kommt aus dem Privatbestand der Trossinger Harmonika-Familie Koch.

Wieviel Exemplare die ausgestellte Sammlung nun umfasst, wird in dem Artikel in der Online-Ausgabe der Schwäbischen Zeitung, der ich diese Informationen entnommen habe, leider nicht gesagt. Aber dass es sich um eine interessante Ausstellung handelt, dürfte außer Frage stehen.

Harmonikas testen auf der Heim+Handwerk’s Messe

10. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wer in der Nähe von München wohnt und gern einmal einen Blick auf die Harmonika-Produktion werfen und neue Harmonikas ausprobieren möchte, sollte die Messe Heim + Handwerk in der bayerischen Landeshauptstadt besuchen. Denn dort werden zu finden sein:

Alois Bauer Harmonikas & Zubehör Halle A1, Stand 142
Franz Parz Harmonikaerzeugung Halle A1, Stand 725
Michlbauer Harmonikawelt Halle A1, Stand 346
Franz Schmidt Harmonika-Erzeugung Halle A1, Stand 134
Karl Schwarz Harmonikabau Halle A1, Stand 334

Die Messe dauert vom 24. – 28. November 2010. Veranstaltungsort:  Neue Messe München – Eingang West. Öffnungszeiten: Mittwoch – Samstag: 10:00 – 20:00 Uhr; Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr

Beim Harmonika-Aussteller Alois Bauer kann man übrigens kostenlos Eintrittskarten für die Messe bekommen.

Knopfdruck:: wünscht viel Spaß.

Harmonika-Museum in Brovst/Dänemark

3. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wieviel Harmonika-Museen gibt es in Dänemark? Welche Rolle spielt(e) das Akkordeon bei unserem nördlichen Nachbarn? – Als ich beim Stöbern im Internet auf den Bericht von Rolf Lindner über ein Harmonika-Museum in Dänemark stieß, dachte ich spontan: darüber hat Knopfdruck:: doch auch schon einmal hier berichtet. Aber bei näherem Hinsehen ist mir klar geworden, dass es sich um zwei verschiedene Museen handeln muss. Um zwei wirklich sehenswerte Einrichtungen für all die, die sich für Musikinstrumente und insbesondere die Geschichte des Akkordeons/der Harmonika interessieren.

Rolf Lindner hat seinen Bericht über den Museumsbesuch mit einer Fülle bemerkenswerter Fotos illustriert. Ein Besuch seines Blogs lohnt sich.

Ausflug in die Niederlande: das Accordion & Harmonica Museum ‘De Muse’

13. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wie wär’s mit einem Ausflug nach Malden, einem Dörfchen in der Nähe von Nijmegen? Der Besuch dürfte sich lohnen, denn Akkordeon-Interessierte finden dort in einem restaurierten historischen Gebäude unter einem Dach diverse reizvolle Angebote: da gibt es im Erdgeschoss den Akkordeonladen von Henk Kuik mit einer angeschlossenen Werkstatt. Auch ein Museumsladen und – zur Erholung nicht zu verachten – ein Museumscafé sind dort untergebracht. Das ganze Obergeschoss aber ist reserviert für  das Akkordeon- und Harmonikamuseum. Eine wirklich reizvolle Kombination.

Leider lässt die auch auf deutsch verfügbare Homepage www.accordeonmuseum.nl keine Einblicke in die Museumsbestände zu. Da hilft also nur eins: selber hinfahren. Wer sich im Vorfeld näher informieren möchte, kann das bei Henk Kuik tun. Seine Kontaktdaten sind unter der angegebenen Internetadresse hinterlegt.

Akkordeon-Orchester Langenhain: Ausstellung alter Harmonikas

11. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute geht es noch einmal um schöne alte Instrumente. Diesmal aber nicht um Concertinas, sondern um Akkordeons. Leider kann ich sie mangels vorliegenden Materials nicht im Bild vorstellen.

Wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, haben die Mitglieder  des 1941 gegründeten Akkordeon-Orchesters Langenhain für eine Ausstellung alter Akkordeon-Instrumente, historischer Fotos und Unterlagen eifrig in Kellern und auf Dachböden gekramt. Und sie sind fündig geworden: Herausgekommen ist nämlich eine kleine, aber feine Ausstellung, die (noch einmal) am Sonntag, 3. Oktober, im «Häuschen» des Heimat- und Geschichtsvereins (Kornblumenweg 18) zu sehen ist. Präsentiert werden mehr als 20 alte Ziehharmonikas. Das älteste Modell wurde um 1900 gebaut. Fotos dokumentieren Konzertauftritte und Veranstaltungen des Akkordeon-Orchesters. Daneben sind auch alte Notenblätter zu sehen.

Leider wird in dem Zeitungsbericht keine Öffnungszeit genannt, und meine Suche im Internet hat diesbezüglich auch keinen Erfolg gehabt. Bei Interesse also bitte selber recherchieren, wenn der Termin näher rückt. Langenhain liegt übrigens in der Nähe von Frankfurt.

Buchbesprechung: Harmonika & Poesie

31. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Akkordeon, Bandoneon, Mundharmonika und Ziehharmonika in Gedichten und Geschichten

„Eine Zusammenstellung interessanter, überraschender, gut gelaunt und nachdenklich machender Texte rund um die Harmonika“  – so lautet der zum Kauf verlockende Text auf der Rückseite des Bucheinbands. Kann Herausgeber Friedrich Bornemann dieses Versprechen einlösen?

Leider nur bedingt, denn bei der Lektüre stellt man schnell fest, dass es in vielen der  zusammengetragenen Gedichte und Geschichten genau genommen gar nicht um das Akkordeon oder ein anderes Instrument aus der Harmonikafamilie geht. An irgendeiner Stelle wird mal ein Akkordeon erwähnt, aber für die Handlung ist es absolut nebensächlich, etwa wenn es in der Erzählung Alberto Nessis „Der Mann, der seiner Tochter die Hand gibt“ heißt: „Er sieht das Haus im Dorf wieder, wo Renzo sich in Gesellschaft einer Ziehharmonika … niedergelassen hatte“. Das war’s dann auch schon. In Barbara Honigmanns Auszug aus ihrem „Roman von einem Kinde“  singt in einer Straße eine Zigeunerin und spielt dazu Harmonika. Ein Text „rund um die Harmonika“? Wohl kaum. Das Gedicht „Missmut“ von Joachim Ringelnatz schließt mit den beiden Zeilen „Du atmest tief – wie eine Ziehharmonika“. Bei etlichen Beiträgen der Anthologie kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da etwas mühsam halbwegs zu einer Idee passende Texte zusammengesucht worden sind.

Zutreffend ist der oben zitierte Buchumschlagtext insofern, als es sich in der Tat um eine Mischung  aus gut gelaunt stimmenden wie auch nachdenklich machenden Texten handelt, in der sich auch die eine oder andere Perle finden lässt. Vielfach stößt man auf „große“ Namen, etwa Rose Ausländer, Günter Eich, Manfred Hausmann, Kurt Tucholsky.

Als Fazit bleibt aber: eine nette Buch-Idee, deren Umsetzung nicht wirklich überzeugend gelungen ist. Dafür fehlt einfach zu oft eine echte Beziehung der Texte zum Thema der Anthologie. Dass in jeder der versammelten Arbeiten wenigstens (nicht selten auch höchstens) einmal das Wort Akkordeon, Bandoneon, Mundharmonika oder Ziehharmonika vorkommt, ist als Auswahlkriterium leider einfach zu dünn.

Harmonie & Poesie
Hrsg. von Friedrich Bornemann
Books on Demand, Norderstedt, 2009
11,90 EUR

Postkarte 10: Akkordeonspielerin gratuliert zum Namenstag

30. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Oh, danke. Danke für  die Glückwünsche und das Ständchen auf dem Akkordeon.

Die Texte auf Postkarten sind ja öffentlich. Man darf sie ohne Verletzung des Postgeheimnisses lesen und darüber sprechen. Das tun wir jetzt hier auch.

Aufschlussreich für die damalige Zeit ist nämlich, dass die Empfängerin der Karte mit ihrer Heirat nicht nur  ihren Hausnamen – das ist trotz Recht auf Namenswahl heute ja auch noch weitgehend üblich –  und so ein  Stück ihrer Identität eingebüßt hat. Sie ist durch den „Ehestand“ gänzlich vereinnahmt worden, so dass selbst ihr Vorname keine Rolle mehr spielt. Sie wird nur noch als die „Frau von …“ wahrgenommen.  Entsprechend ist die Karte adressiert an  „Frau Anton Hoffmann“.

Reklamemarke Accordeon M. Hohner [2]

20. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Reklamemarke des Akkordeon-Herstellers Matthias Hohner: Marine-Soldat beim Akkordeonspiel

Zeit, mal wieder eine der hübschen Reklamemarken aus meiner kleinen Sammlung vorzustellen. Nachdem Knopfdruck::  zuletzt eine Reklamemarke des Akkordeonbauers Andreas Koch präsentiert hat, ist diesmal wieder Hohner an der Reihe.

Wie in den Anmerkungen zu der Koch’schen Werbemarke schon erläutert, waren sowohl Hohner als auch Koch, darüber hinaus aber noch andere Harmonika-Hersteller wie Weiss und Messner, in der württembergischen Kleinstadt Trossingen angesiedelt. In dem Buch „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt. Hohner und die Harmonika 1857 – 1961“ von Hartmut Bergdorff, das ich gerade studiere, gibt es sehr aufschlussreiche Ausführungen über den  (oftmals mehr als ) harten Konkurrenzkampf, den sich die Trossinger Produzenten lieferten und den Hohner schließlich zu seinen Gunsten entschied.

Reklamemarke: Andreas Koch Harmonicas

17. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

ANDs KOCH HARMONICAS – „Es giebt keine besseren!“

Chinese spielt Akkordeon.

Wirtschaftskreislauf: Der Mundharmonika-Fabrikant Andreas Koch begann ebenso wie Matthias Hohner ab 1903  Akkordeons zu bauen und war wie der Mitbewerber in Trossingen angesiedelt. Schon bald nach Aufnahme der Akkordeon-Produktion wurde Koch aber vom expandierenden Konkurrenten Hohner aufgekauft. Viele Jahre später, nämlich Ende der 1990er Jahre , stiegen die Chinesen bei  Hohner  ein. Und mindestens Teile der Hohner-Akkordeons stammen heute  aus chinesischer Fertigung…

Faszinierende Akkordeongeschichte: das Harmonika-Museum in Trossingen

7. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Im August 1991 hat es seine Pforten geöffnet und seither viele Akkordeon-Interessierte angezogen: das Harmonika-Museum in der „Hohner-Stadt“ Trossingen, das wir heute einmal besuchen wollen.

Beginnen wir mit einer kurzen Selbstdarstellung des Museums:

Länger als über ein ganzes Jahrhundert wurde von der Firma Hohner nahezu alles gesammelt, was für die Branche von Belang war. So entstand die weltweit einzigartige Sammlung Hohner mit heute ca. 25.000 verschiedenen Mundharmonikas, vielen Handzuginstrumenten sowie einem umfangreichen Bestand an branchen-geschichtlichen Dokumenten.

Aufgrund ihres hohen Ensemblewertes und einiger ganz besonderer Einzelstücke wurde die Sammlung 1987 vom Land Baden-Württemberg angekauft und 1991 mit der Eröffnung des Harmonikamuseums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besondere Beachtung verdienen neben den Instrumenten und Dokumenten auch die bunten Mundharmonika-Verpackungen. Kein anderes Industrieprodukt spiegelt den Zeitgeist so gut wider wie die Mundharmonika.

Neugierig geworden, begeben wir uns nun auf den Rundgang durch die Dauerausstellung. Wir entdecken zunächst die Frühgeschichte der Mund- und Ziehharmonika.

Im nächsten Schritt geht es in den Produktionsbereich. Hier sind Filmausschnitte zur Herstellung von Mund- und Ziehharmonika zu sehen. Daneben sind die Bauteile der Harmonika-Instrumente ausgestellt. Historische Fotodokumente zeigen den Stimmer bei seiner Arbeit am Stimmtisch.

Die Abteilung „Spiegel der Zeit“ zeigt die geschickte Vermarktung der Mundharmonika. Schon um 1890 entstand die Idee einer populären Gestaltung und Verpackung des kleinen Musikinstruments.

Mit 170 Jahren Harmonika-Geschichte werden die Besucher/innen in der Abteilung „1820 bis heute“ vertraut gemacht. Zunächst geht es um die Mundharmonika – das Instrument, das am Beginn der Erfolgsgeschichte des Unternehmens Matthias Hohner stand. .“Accordeons“ werden erst im Verlauf des Rundgangs präsentiert, denn die Trossinger Fabriken Hohner und Koch begannen erst 1903 mit diesem Produktionszweig. Hohner verdankte sein immenses Wachstum übrigens in hohem Maße der Tatsache, das konkurrierende Unternehmen wie der erwähnte Akkordeonbauer Koch oder die Akkordeonfabrik Gessner in Magdeburg, um nur einige Beispiele zu nennen, aufgekauft wurden.

Hohner-Werbung (Blechschild)

Der Rundgang endet in der Abteilung „Handzuginstrumente“. Hier geben zahlreiche Handharmonikas, Akkordeons, Bandoneons und Konzertinas einen Einblick in die technische Vielfalt der Handzuginstrumente, und man kann Instrumente bestaunen, die von bekannten Persönlichkeiten gespielt wurden.

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass die im Museum ausgestellten Exponate nicht ausschließlich die Aktivitäten des Unternehmens Hohner präsentieren, sondern dass der Sammeleifer auch konkurrierende Hersteller erfasst hat und die Einrichtung somit ein recht umfassendes Bild der Harmonika-Geschichte vermittelt.

Einen ersten bescheidenen Eindruck von dem, was Besucher/innen im Harmonika-Museum erwartet, bekommt man übrigens, wenn man auf der Museums-Homepage auf den Button Harmonika-TV drückt. Über „reale“ Besuchszeiten und Eintrittspreise informieren die „Besucher-Infos“.

E-Card

E-Card

Links ist eine hübsche E-Card zu sehen, die direkt von der Museums-Homepage aus verschickt werden kann.

Zum Weiterlesen sei historisch Interessierten ein Artikel über Matthias Hohner in Zeit Online vom 2. 10. 2003 empfohlen („Ein Bläsle für Freund und Feind“). In dem Artikel findet sich auch der Hinweis auf das 1997 erschienene wirtschaftshistorische Werk von Hartmut Berghoff mit dem Titel „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857 – 1967“.

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