CD-Neuerscheinung: Johanna Juhola- Fantasiatango

9. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Johanna Juhola ist eine junge finnische Akkordeonspielerin, die zuletzt mit der Akkordeonale durch die Lande tourte und sich dabei viel Sympathie erworben hat. Sie hat an der Sibelius-Akademie studiert und beherrscht nicht nur das Spiel auf dem Akkordeon souverän – sie hat sich längst auch als Komponistin bewährt.

Fantasiatango ist ihre aktuelle CD, die im April diesen Jahres erschienen ist. Ich besitze sie leider – noch – nicht und habe mich deshalb nach „fremden“ Rezensionen umgeschaut. Auf www.nordische-musik.de (ich weiß allerdings nicht, wer sich dahinter verbirgt) heißt es:

Sie spielt entweder mit ihrer Band Reaktori, … ihrem Trio … oder mit Norvio allein, wobei sie dann neben Akkordeon noch alles mögliche andere klingen und klimpern lässt. Das hat Phantasie, Witz und Klasse, und obwohl sie sich sehr mit Details beschäftigt, lässt sie nie das große Ganze aus den Augen. Und ihr Akkordeon auch nicht, das beherrscht sie schließlich meisterhaft.

Dass meine Lieblings-Musikzeitschrift Folker unabhängig ist und ebenso urteilt, weiß ich als Leserin schon lange. Auch dort ist man voll des Lobes. In der Ausgabe 3/2010 heißt es in einer Kurzrezension u. a.:

Tango Nuevo aus Finnland mit der fabelhaften Akkordeonistin Johanne Juhola und ihren Eigenkompositionen im Zentrum. Der Mix aus Tradition und Elektronika erzählt instrumentale Geschichten … Dabei bewegen sich die Künstlerin und ihre Band zwischen Jazz, Pop und – eben Tango.

Zwei eindeutig positive Besprechungen also.

Mehr Informationen über die Musikerin finden sich u. a. auf ihrer Homepage, die aber Englisch-Kenntnisse oder besser noch Finnisch-Kenntnisse erfordert.

Jetzt allein zu Haus: das Akkordeon-Magazin

18. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem die monatlich erscheinende Akkordeonzeitung Intermusik eingestellt wurde, ist, wenn ich das richtig sehe, hierzulande das Akkordeon-Magazin nun konkurrenzlos. Aber auch konkurrenzlos gut?

Optisch zweifelsohne. Das Heft ist sehr ansprechend aufgemacht, so dass das „Magazin für Akkordeonspieler“ (so die sehr verengende Definition der Herausgeber) von allen, die sich für das Instrument und für Akkordeonmusik interessieren, gern in die Hand genommen werden dürfte.

Special Interest Magazine und die Beweggründe ihrer Macher

Und inhaltlich? Herausgeber der Zeitschrift  ist die „kölnerverlagsagentur“, die auf ihrer Homepage ihre Aufgabe als „Anzeigenvermarktung von Consumer- und Special Interest Magazinen“ definiert. Das stimmt schon etwas nachdenklich. Wird hier das Akkordeon „instrumentalisiert“ und dient lediglich als Vehikel zum Anzeigenverkauf in einem werbefreundlichen Umfeld ?

Über die persönliche, emotionale Bindung der Herausgeber und der journalistisch für das Magazin Arbeitenden zum Akkordeon finde ich nirgendwo Hinweise. Das muss aber nicht heißen, das es keine Bindung gibt.  Die Autoren werden leider nur namentlich genannt, aber nicht näher vorgestellt. Längst nicht immer sind sie so bekannt wie Servais Haanen.

Inhaltlich breites Spektrum

Von der inhaltlichen Ausrichtung her folgt das Akkordeon-Magazin ähnlichen Publikationen im Musikbereich: Künstler(innen)-Porträts, Veranstaltungsberichte, der Blick hinter die Kulissen der Akkordeonszene, Rezensionen, Kurznachrichten. Ein breites Spektrum für eine Zeitschrift, die nur alle 2 Monate erscheint und zudem verhältnismäßig dünn (dafür aber auch recht preiswert) ist.

Bei Magazinen à la Akkordeon-Magazin ist es nicht viel anders als wie bei Kaufhäusern: manche Artikel gefallen, andere interessieren weniger, und mancher wäre auch verzichtbar. Ich hatte die Ausgaben Juni/Juli und August/September 2010 zum Kennenlernen zur Verfügung. Was mir gut gefallen hat, das waren die ausführlicheren Porträts von Künstlerinnen und Künstlern wie Johanna Juhola, Stefanie Schumacher, Gordon Pattullo oder Koby Israelite, die auch gleich die große Bandbreite der Akkordeonszene verdeutlichen.

Da oder nicht da?

Auch Artikel aus der und über die Branche sind prinzipiell zu begrüßen, aber sie sollten schon gehaltvoller sein als etwa der recht dürftig ausgefallene Beitrag über die Musikmesse Frankfurt. Wie der Autor uns wissen lässt, lag in Anbetracht der Wirtschaftskrise im Vorfeld dieser Messe eine gewisse Spannung in der Luft : „Wer würde dort sein? Und vor allem: Wer würde fehlen? Es fehlten einige.“  Wer fehlte, wird nicht verraten, auch nicht beispielhaft. Wir erfahren gerade noch, dass auch einige Aussteller aus dem Harmonikabereich fehlten. Aber auch hier nichts Genaueres. Das Akkordeon kommt danach im Artikel auch gar nicht mehr vor. Nur wer den nebenstehenden Artikel auch noch liest, erfährt zumindest, dass die Firma Hohner nicht da war. Oder etwa doch? Zitat: „Die Firma Hohner war zwar nicht mit einem eigenen Stand in Frankfurt vertreten – doch das bedeutet eben nicht, dass sie nicht da war. Ganz im Gegenteil: Hohner will dort sein, wo die Musik spielt.“

Akkordeongeschichte und Akkordeon-Hersteller

Durchaus reizvoll sind die Rückblicke in die Akkordeongeschichte und die Einblicke in die Werkstätten von Akkordeonbauern. Darauf  hat man nicht immer und so einfach Zugriff. Die gerade mit einem Beitrag von Servais Haanen gestartete Reihe, in der künftig verschiedene Akkordeons – Neuheiten wie Klassiker – vorgestellt werden sollen, könnte interessant werden und evtl. auch bei einer Kaufentscheidung helfen.

Manche Rubrik wünschte ich mir etwas ausführlicher. Nur 4 CD-Besprechungen in jeder Ausgabe, das ist für meinen Geschmack reichlich wenig.

Lesenswert, aber ohne Ecken und Kanten

Inhaltlich recht breit angelegt, bietet das Akkordeon-Magazin bei aller Kritik durchaus viel Lesenswertes. Eine bunte Mischung, prinzipiell freundlich gestimmte Artikel, kritische Töne fehlen. Wer das Akkordeon liebt und nicht ständig im Internet nach Informationen suchen möchte und/oder auch gern einmal entspannt  in einer Zeitschrift blättert, die sein Interessensgebiet abdeckt, dürfte mit dem Akkordeon-Magazin ganz gut bedient sein.

Auf http://www.akkordeon-magazin.de/ werden übrigens die bisherigen Ausgaben mit Angabe der wesentlichen Inhalte vorgestellt und können auch nachbestellt werden. Und abonnieren kann man die Zeitschrift von dort aus natürlich auch.

Wo bin ich?

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