CD-Neuerscheinung: Lydom & Hoirup – Svip Svap Svolstikke

15. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Debut Album from Danish Folk Music Masters: Folk aus Dänemark
Sonnich Lydom: diatonisches Akkordeon, Mundharmonika
Morten A. Hoirup: Gitarre, Gesang

Wir schauen heute einmal über unsere nördliche Grenze nach Dänemark, wo es eine sehr lebendige Folkszene gibt. Den Akkordeonisten Sonnich Lydom und den Gitarristen Morten A. Hoirup kann man mit gutem Recht zu den Veteranen dieser Szene zählen. Sie sind viel in der Welt herumgetourt, jeder hat diverse Alben aufgenommen und zusammengerechnet haben sie neun Danish Music Awards (vergleichbar den Grammy’s) gewonnen.

Jetzt haben Lydom und Hoirup ihre erste CD als Duo vorgelegt. Insgesamt 13 Stücke enthält „Svip Svap Svolstikke“. Das Album ist nach einer alten Tanzmelodie der Insel Fano benannt. Lydom hat dort und in den Archiven des Dänischen Instituts für Folklore fleißig Tunes gesammelt – Musik, die jetzt erstmals auf dieser CD veröffentlicht wurde. Weiter enthält das Album 3 Kompositionen von Morten Hoirup und 3 dänische Songs. Divere Gastmusiker/innen sind mit von der Partie.

Auf MySpace hat man Gelegenheit, die Künstler und ihre gemeinsame CD näher kennen zu lernen.

Lydom & Hoirup
Svip Svap Svolstikke
GO‘ Danish Folk Music
GO0510, http://www.gofolk.dk
13 Tracks, mit dän. und engl. Infos

Buchbesprechung: Harmonika & Poesie

31. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Akkordeon, Bandoneon, Mundharmonika und Ziehharmonika in Gedichten und Geschichten

„Eine Zusammenstellung interessanter, überraschender, gut gelaunt und nachdenklich machender Texte rund um die Harmonika“  – so lautet der zum Kauf verlockende Text auf der Rückseite des Bucheinbands. Kann Herausgeber Friedrich Bornemann dieses Versprechen einlösen?

Leider nur bedingt, denn bei der Lektüre stellt man schnell fest, dass es in vielen der  zusammengetragenen Gedichte und Geschichten genau genommen gar nicht um das Akkordeon oder ein anderes Instrument aus der Harmonikafamilie geht. An irgendeiner Stelle wird mal ein Akkordeon erwähnt, aber für die Handlung ist es absolut nebensächlich, etwa wenn es in der Erzählung Alberto Nessis „Der Mann, der seiner Tochter die Hand gibt“ heißt: „Er sieht das Haus im Dorf wieder, wo Renzo sich in Gesellschaft einer Ziehharmonika … niedergelassen hatte“. Das war’s dann auch schon. In Barbara Honigmanns Auszug aus ihrem „Roman von einem Kinde“  singt in einer Straße eine Zigeunerin und spielt dazu Harmonika. Ein Text „rund um die Harmonika“? Wohl kaum. Das Gedicht „Missmut“ von Joachim Ringelnatz schließt mit den beiden Zeilen „Du atmest tief – wie eine Ziehharmonika“. Bei etlichen Beiträgen der Anthologie kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da etwas mühsam halbwegs zu einer Idee passende Texte zusammengesucht worden sind.

Zutreffend ist der oben zitierte Buchumschlagtext insofern, als es sich in der Tat um eine Mischung  aus gut gelaunt stimmenden wie auch nachdenklich machenden Texten handelt, in der sich auch die eine oder andere Perle finden lässt. Vielfach stößt man auf „große“ Namen, etwa Rose Ausländer, Günter Eich, Manfred Hausmann, Kurt Tucholsky.

Als Fazit bleibt aber: eine nette Buch-Idee, deren Umsetzung nicht wirklich überzeugend gelungen ist. Dafür fehlt einfach zu oft eine echte Beziehung der Texte zum Thema der Anthologie. Dass in jeder der versammelten Arbeiten wenigstens (nicht selten auch höchstens) einmal das Wort Akkordeon, Bandoneon, Mundharmonika oder Ziehharmonika vorkommt, ist als Auswahlkriterium leider einfach zu dünn.

Harmonie & Poesie
Hrsg. von Friedrich Bornemann
Books on Demand, Norderstedt, 2009
11,90 EUR

Faszinierende Akkordeongeschichte: das Harmonika-Museum in Trossingen

7. Juli 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Im August 1991 hat es seine Pforten geöffnet und seither viele Akkordeon-Interessierte angezogen: das Harmonika-Museum in der „Hohner-Stadt“ Trossingen, das wir heute einmal besuchen wollen.

Beginnen wir mit einer kurzen Selbstdarstellung des Museums:

Länger als über ein ganzes Jahrhundert wurde von der Firma Hohner nahezu alles gesammelt, was für die Branche von Belang war. So entstand die weltweit einzigartige Sammlung Hohner mit heute ca. 25.000 verschiedenen Mundharmonikas, vielen Handzuginstrumenten sowie einem umfangreichen Bestand an branchen-geschichtlichen Dokumenten.

Aufgrund ihres hohen Ensemblewertes und einiger ganz besonderer Einzelstücke wurde die Sammlung 1987 vom Land Baden-Württemberg angekauft und 1991 mit der Eröffnung des Harmonikamuseums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besondere Beachtung verdienen neben den Instrumenten und Dokumenten auch die bunten Mundharmonika-Verpackungen. Kein anderes Industrieprodukt spiegelt den Zeitgeist so gut wider wie die Mundharmonika.

Neugierig geworden, begeben wir uns nun auf den Rundgang durch die Dauerausstellung. Wir entdecken zunächst die Frühgeschichte der Mund- und Ziehharmonika.

Im nächsten Schritt geht es in den Produktionsbereich. Hier sind Filmausschnitte zur Herstellung von Mund- und Ziehharmonika zu sehen. Daneben sind die Bauteile der Harmonika-Instrumente ausgestellt. Historische Fotodokumente zeigen den Stimmer bei seiner Arbeit am Stimmtisch.

Die Abteilung „Spiegel der Zeit“ zeigt die geschickte Vermarktung der Mundharmonika. Schon um 1890 entstand die Idee einer populären Gestaltung und Verpackung des kleinen Musikinstruments.

Mit 170 Jahren Harmonika-Geschichte werden die Besucher/innen in der Abteilung „1820 bis heute“ vertraut gemacht. Zunächst geht es um die Mundharmonika – das Instrument, das am Beginn der Erfolgsgeschichte des Unternehmens Matthias Hohner stand. .“Accordeons“ werden erst im Verlauf des Rundgangs präsentiert, denn die Trossinger Fabriken Hohner und Koch begannen erst 1903 mit diesem Produktionszweig. Hohner verdankte sein immenses Wachstum übrigens in hohem Maße der Tatsache, das konkurrierende Unternehmen wie der erwähnte Akkordeonbauer Koch oder die Akkordeonfabrik Gessner in Magdeburg, um nur einige Beispiele zu nennen, aufgekauft wurden.

Hohner-Werbung (Blechschild)

Der Rundgang endet in der Abteilung „Handzuginstrumente“. Hier geben zahlreiche Handharmonikas, Akkordeons, Bandoneons und Konzertinas einen Einblick in die technische Vielfalt der Handzuginstrumente, und man kann Instrumente bestaunen, die von bekannten Persönlichkeiten gespielt wurden.

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass die im Museum ausgestellten Exponate nicht ausschließlich die Aktivitäten des Unternehmens Hohner präsentieren, sondern dass der Sammeleifer auch konkurrierende Hersteller erfasst hat und die Einrichtung somit ein recht umfassendes Bild der Harmonika-Geschichte vermittelt.

Einen ersten bescheidenen Eindruck von dem, was Besucher/innen im Harmonika-Museum erwartet, bekommt man übrigens, wenn man auf der Museums-Homepage auf den Button Harmonika-TV drückt. Über „reale“ Besuchszeiten und Eintrittspreise informieren die „Besucher-Infos“.

E-Card

E-Card

Links ist eine hübsche E-Card zu sehen, die direkt von der Museums-Homepage aus verschickt werden kann.

Zum Weiterlesen sei historisch Interessierten ein Artikel über Matthias Hohner in Zeit Online vom 2. 10. 2003 empfohlen („Ein Bläsle für Freund und Feind“). In dem Artikel findet sich auch der Hinweis auf das 1997 erschienene wirtschaftshistorische Werk von Hartmut Berghoff mit dem Titel „Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857 – 1967“.

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