Akkordeonale 2011 wirft ihre Schatten voraus

14. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Internationales Akkordeon- Festival April 2011

Im April ist es wieder soweit: Zum dritten Mal wird der Niederländer Servais Haanen mit seinem Festival die wunderbare Welt des Akkordeons präsentieren. Liebhaber des zunehmend wieder aktuellen Instruments können hier in geballter Form die stilistische Vielfalt des Akkordeons erleben.

Das Programm hat es wieder in sich. In einer Presseerklärung heißt es:

In diesem Jahr trifft russische Seele auf italienische Tarantella, afrikanische Tanzmusik von den Kapverden auf Weltmusik mit deutschen Wurzeln, das Ganze wie immer verbunden durch feinste Klangästhetik aus dem Land der Wassertomaten, garniert mit Cello und Perkussion.

Donatello Pisanello

Und wer wird nun neben Servais Haanen auf der Bühne stehen? Mit dabei sind Cathrin Pfeiffer („Virtuoses Feuerwerk für zwei Hände“) aus Deutschland, der aus der Ukraine stammende Akkordeonist Vladimir Denissenkov („Mütterchen Russland explodiert über die Grenzen hinaus“), von den Kapverden kommt Estevão „Iduino“ Tavares („Rasante Quetschmusik von den Kapverden“), und schließlich wird der Italiener Donatello Pisanello („Mitreißende Energie aus dem Süden Italiens“) zu hören sein. Als Begleitmusiker gehen Johanna Stein (Cello) und Marco A. Fox (Percussion) mit auf Tournee.

Am 1. 4. geht es in Karlsruhe los, und nach insgesamt 17 Konzerten in allen Teilen der Republik ist am 22. April in Reutlingen Schluss für 2011.

Wer sich näher informieren und ggfs. schon einmal nachschauen möchte, ob die Akkordeonale auch in der eigenen Region Station machen wird, sollte hier klicken.

Fürstenecker Harmonika- und Akkordeon-Wochenende

26. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

3. – 5. Dezember in der Akademie Burg Fürsteneck

Diese „Werkstatt“-Angebote sollten sich weiterbildungshungrige Akkordeonfreunde und -freundinnen unbedingt ansehen:

Akkordeonale-Workshop mit Servais Haanen
Ensemblespiel mit Akkordeon- und Harmonikainstrumenten

Nach dem furiosen Erfolg der ersten Akkordeonale 2009 präsentierte der Niederländer Servais Haanen auch in diesem Jahr sein Akkordeon- Festival mit bunt gemischter internationaler Besetzung.

Haanen möchte nun mit seinem Workshop allen Akkordeon-Spielern einen Blick hinter die Bühne der „Akkordeonale“ gewähren. Die von ihm komponierten und arrangierten Ensemblestücke des Festivals werden in kleiner und großer Besetzung bearbeitet, geprobt und aufgeführt. Der Musiker möchte zeigen, wie man mit wenig Aufwand zu einem super Ergebnis kommen kann und richtet sich mit seinem Workshop an alle Niveaus – vom Anfänger bis zum Profi, ob man nun als Einzelkämpfer oder im Akkordeon-Orchester unterwegs ist. Und die ganze Familie ist willkommen – von der Konzertina über Ziehharmonika, Bandoneon bis chromatisches Knopf- oder Pianoakkordeon.

Chromatisches Akkordeon und Folk mit Johannes Mayr
Dieser Kurs richtet sich an Musiker mit Piano- oder chromatischem Knopfgriff-Akkordeon, wobei beim Piano-Akkordeon noch speziellere spieltechnische Hilfestellungen möglich sind.

Bearbeitet wird vorwiegend traditionelle Musik aus West- Nordeuropa (Frankreich, England, Irland, Skandinavien) sowie Neukompositionen im Folk-Stil. Neben der Feinarbeit an den Melodien liegt der Schwerpunkt des Wochenendes beim Erarbeiten von Zweit- und Nebenstimmen, Begleiten von traditionellen Tanzmelodien, insbesondere auch der „harmonischen“ Arbeit mit beiden Händen.

Ein sicherer Umgang mit dem Instrument sowie ein Basiswissen über Harmonien (Dur- und Moll-Akkorde und deren Umkehrungen) werden vorausgesetzt, Experimentierfreude und Notenkenntnisse sind hilfreich.

Diatonisches „XXL“-Akkordeon mit Jan Budweis
Spezialkurs für Instrumente mit 12 Bässen und Halbtönen

Dies ist ein Kurs für die „großen“ unter den „kleinen“ Handharmonikas: Voraussetzung ist ein diatonisches (wechseltöniges) Akkordeon in G/C ohne Gleichtöner mit mindestens 5 Knöpfen in einer 3. (Halbton-)Reihe auf der Melodieseite und 12 Köpfen auf der Bass-Seite.

Gegenüber dem 2-Reiher erweitert sich das Repertoire dieser Instrumente durch die zusätzlichen Töne und Akkorde, so dass neben den gewohnten weitere Tonarten entdeckt werden können. Wie diese neuen Möglichkeiten kreativ und spielerisch in das eigene Spiel integriert werden können, ist Thema dieses Kurses.

Mundharmonika for everybody mit Dale King
Für Einsteiger/innen und Interessierte mit Vorkenntnissen

Die Mundharmonika ist ein relativ preiswertes Instrument, in der Hosentasche zu transportieren und leicht zu erlernen. Wer vielleicht nie die Möglichkeit hatte, ein Instrument zu erlernen, wer keine Notenkenntnisse mitbringt, wer Blues, Country, Rock’n Roll oder Volkslieder nicht nur von der Platte oder Kassette abspielen lassen, sondern sie selbst auf der Mundharmonika interpretieren will und wer die verschiedenen Techniken erlernen möchte – der ist in diesem Kurs richtig! Das Repertoire im Kurs wird vor allem aus deutschen und amerikanische Volksliedern und Blues bestehen.

Einzelheiten zu den tollen Angeboten auf www.burg-fuersteneck.de.

Jetzt allein zu Haus: das Akkordeon-Magazin

18. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem die monatlich erscheinende Akkordeonzeitung Intermusik eingestellt wurde, ist, wenn ich das richtig sehe, hierzulande das Akkordeon-Magazin nun konkurrenzlos. Aber auch konkurrenzlos gut?

Optisch zweifelsohne. Das Heft ist sehr ansprechend aufgemacht, so dass das „Magazin für Akkordeonspieler“ (so die sehr verengende Definition der Herausgeber) von allen, die sich für das Instrument und für Akkordeonmusik interessieren, gern in die Hand genommen werden dürfte.

Special Interest Magazine und die Beweggründe ihrer Macher

Und inhaltlich? Herausgeber der Zeitschrift  ist die „kölnerverlagsagentur“, die auf ihrer Homepage ihre Aufgabe als „Anzeigenvermarktung von Consumer- und Special Interest Magazinen“ definiert. Das stimmt schon etwas nachdenklich. Wird hier das Akkordeon „instrumentalisiert“ und dient lediglich als Vehikel zum Anzeigenverkauf in einem werbefreundlichen Umfeld ?

Über die persönliche, emotionale Bindung der Herausgeber und der journalistisch für das Magazin Arbeitenden zum Akkordeon finde ich nirgendwo Hinweise. Das muss aber nicht heißen, das es keine Bindung gibt.  Die Autoren werden leider nur namentlich genannt, aber nicht näher vorgestellt. Längst nicht immer sind sie so bekannt wie Servais Haanen.

Inhaltlich breites Spektrum

Von der inhaltlichen Ausrichtung her folgt das Akkordeon-Magazin ähnlichen Publikationen im Musikbereich: Künstler(innen)-Porträts, Veranstaltungsberichte, der Blick hinter die Kulissen der Akkordeonszene, Rezensionen, Kurznachrichten. Ein breites Spektrum für eine Zeitschrift, die nur alle 2 Monate erscheint und zudem verhältnismäßig dünn (dafür aber auch recht preiswert) ist.

Bei Magazinen à la Akkordeon-Magazin ist es nicht viel anders als wie bei Kaufhäusern: manche Artikel gefallen, andere interessieren weniger, und mancher wäre auch verzichtbar. Ich hatte die Ausgaben Juni/Juli und August/September 2010 zum Kennenlernen zur Verfügung. Was mir gut gefallen hat, das waren die ausführlicheren Porträts von Künstlerinnen und Künstlern wie Johanna Juhola, Stefanie Schumacher, Gordon Pattullo oder Koby Israelite, die auch gleich die große Bandbreite der Akkordeonszene verdeutlichen.

Da oder nicht da?

Auch Artikel aus der und über die Branche sind prinzipiell zu begrüßen, aber sie sollten schon gehaltvoller sein als etwa der recht dürftig ausgefallene Beitrag über die Musikmesse Frankfurt. Wie der Autor uns wissen lässt, lag in Anbetracht der Wirtschaftskrise im Vorfeld dieser Messe eine gewisse Spannung in der Luft : „Wer würde dort sein? Und vor allem: Wer würde fehlen? Es fehlten einige.“  Wer fehlte, wird nicht verraten, auch nicht beispielhaft. Wir erfahren gerade noch, dass auch einige Aussteller aus dem Harmonikabereich fehlten. Aber auch hier nichts Genaueres. Das Akkordeon kommt danach im Artikel auch gar nicht mehr vor. Nur wer den nebenstehenden Artikel auch noch liest, erfährt zumindest, dass die Firma Hohner nicht da war. Oder etwa doch? Zitat: „Die Firma Hohner war zwar nicht mit einem eigenen Stand in Frankfurt vertreten – doch das bedeutet eben nicht, dass sie nicht da war. Ganz im Gegenteil: Hohner will dort sein, wo die Musik spielt.“

Akkordeongeschichte und Akkordeon-Hersteller

Durchaus reizvoll sind die Rückblicke in die Akkordeongeschichte und die Einblicke in die Werkstätten von Akkordeonbauern. Darauf  hat man nicht immer und so einfach Zugriff. Die gerade mit einem Beitrag von Servais Haanen gestartete Reihe, in der künftig verschiedene Akkordeons – Neuheiten wie Klassiker – vorgestellt werden sollen, könnte interessant werden und evtl. auch bei einer Kaufentscheidung helfen.

Manche Rubrik wünschte ich mir etwas ausführlicher. Nur 4 CD-Besprechungen in jeder Ausgabe, das ist für meinen Geschmack reichlich wenig.

Lesenswert, aber ohne Ecken und Kanten

Inhaltlich recht breit angelegt, bietet das Akkordeon-Magazin bei aller Kritik durchaus viel Lesenswertes. Eine bunte Mischung, prinzipiell freundlich gestimmte Artikel, kritische Töne fehlen. Wer das Akkordeon liebt und nicht ständig im Internet nach Informationen suchen möchte und/oder auch gern einmal entspannt  in einer Zeitschrift blättert, die sein Interessensgebiet abdeckt, dürfte mit dem Akkordeon-Magazin ganz gut bedient sein.

Auf http://www.akkordeon-magazin.de/ werden übrigens die bisherigen Ausgaben mit Angabe der wesentlichen Inhalte vorgestellt und können auch nachbestellt werden. Und abonnieren kann man die Zeitschrift von dort aus natürlich auch.

Wo bin ich?

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